Sogar Kiwis lieben „Bratwurst and Sauerkraut“


02.06.15, U20-Weltmeisterschaft Neuseeland: Österreich – Panama 2:1 (1:1) / Argentinien – Ghana 2:3 (0:1)

Die Kiwi-WurstDeutsche Delikatessen sind einfach überall beliebt, sogar am anderen Ende der Welt. Am Stand „German-style Bratwurst and Sauerkraut“ im neuseeländischen Westpac-Stadium von Wellington war Dauerbetrieb. Argentinier, Ghanaer, die einheimischen „Kiwis“ – alle standen sie Schlange, und das völlig zu Recht. Auch in Neuseelands Hauptstadt scheint man zu wissen, wie man den „Bernd am Grill“ (http://www.youtube.com/watch?v=hAok2_z8mSQ) macht und eine vernünftige Bratwurst brät.

Und das ist nicht das einzige was den Besuch der beiden Partien des 2. Spieltags in der Gruppe B der U20-Weltmeisterschaft absolut lohnenswert machte. Eine fröhlich-ausgelassene Atmosphäre durchzog die Katakomben des Stadions, in dem es vor kultureller Vielfalt nur so sprühte. Während einige Anhänger aus Ghana mit einer musikalischen Einlage mit Bongos und Djembés für Stimmung sorgten, schwangen ein paar Argentinier das Tanzbein und demonstrierten damit ihren südamerikanischen Charme. Dazu zwei sehr unterhaltsame und hochklassige Spiele auf einem technisch anspruchsvollen Niveau. Mit zwei roten Karten, zwei gehaltenen Elfmetern und drei Toren hatten Österreich und Panama im ersten Spiel schon einiges geboten. Doch besonders Argentinien und Ghana hatten es den knapp 5000 Zuschauern angetan. Mit sauberen Kombinationen, hohem Tempo und einer guten Organisation stachen allen voran die Afrikaner heraus, die Ihren Fans damit das Sauerkraut eher süß schmecken ließen. Einige von diesen Nachwuchstalenten wird man mit Sicherheit bei der WM 2018 in Russland für Ihre A-Nationalmannschaften auflaufen sehen!

Zurück zum Wesentlichen – der Wurst. In einem zwar eher dürftigen Brötchen eingebettet, gab es neben dem länglichen Gebrät und dem Sauerkraut DAS Highlight am Wurststand: Die Saucenbar! Vier verschiedene Arten von Senf gab es, dazu Ketchup, Sweet Chili und Barbeque Sauce. Man konnte seine Mahlzeit also noch nach persönlichem Geschmack abrunden und somit war das gute Stück ein absoluter Leckerbissen. Das große Manko: Der Preis. Mit umgerechnet rund 5€ ist die Bratwurst im Westpac-Stadium also eindeutig zu teuer (im Gegensatz zu deutschen Kreisligapreisen). Sind wir von unseren ausländischen Würstl-Tests bereits gewohnt.

Ein rundum gelungener Abend war es trotzdem, dazu trugen vor allem die Protagonisten auf dem Rasen bei, die nebenbei auch noch unter ganz besonderer Beobachtung standen: Pierre Littbarski, einer der Weltmeister von 1990, war vor Ort um Talente für den VFL Wolfsburg zu scouten. Aber er war nicht das einzig bekannte Gesicht. Auch Ex-Pauli Trainer André Schubert trafen wir dort an. Ein schöner Beigeschmack zur Wurst also, die trotz dem Preis im MUTS-Test sehr gut abschneidet – endlich mal eine gute Wurst jenseits des deutschen Ligensystems.

Note
Wursttyp: Bratwurst
Preis: 8 NZD (5 Euro) 6
Konsistenz: sehr knackig 1
Temperatur: perfekt heiß 1
Geschmack: köstlich 1
Bräunegrad: gut 2
Gesamtnote 2,2