Sogar Kiwis lieben „Bratwurst and Sauerkraut“


02.06.15, U20-Weltmeisterschaft Neuseeland: Österreich – Panama 2:1 (1:1) / Argentinien – Ghana 2:3 (0:1)

Die Kiwi-WurstDeutsche Delikatessen sind einfach überall beliebt, sogar am anderen Ende der Welt. Am Stand „German-style Bratwurst and Sauerkraut“ im neuseeländischen Westpac-Stadium von Wellington war Dauerbetrieb. Argentinier, Ghanaer, die einheimischen „Kiwis“ – alle standen sie Schlange, und das völlig zu Recht. Auch in Neuseelands Hauptstadt scheint man zu wissen, wie man den „Bernd am Grill“ (http://www.youtube.com/watch?v=hAok2_z8mSQ) macht und eine vernünftige Bratwurst brät.

Und das ist nicht das einzige was den Besuch der beiden Partien des 2. Spieltags in der Gruppe B der U20-Weltmeisterschaft absolut lohnenswert machte. Eine fröhlich-ausgelassene Atmosphäre durchzog die Katakomben des Stadions, in dem es vor kultureller Vielfalt nur so sprühte. Während einige Anhänger aus Ghana mit einer musikalischen Einlage mit Bongos und Djembés für Stimmung sorgten, schwangen ein paar Argentinier das Tanzbein und demonstrierten damit ihren südamerikanischen Charme. Dazu zwei sehr unterhaltsame und hochklassige Spiele auf einem technisch anspruchsvollen Niveau. Mit zwei roten Karten, zwei gehaltenen Elfmetern und drei Toren hatten Österreich und Panama im ersten Spiel schon einiges geboten. Doch besonders Argentinien und Ghana hatten es den knapp 5000 Zuschauern angetan. Mit sauberen Kombinationen, hohem Tempo und einer guten Organisation stachen allen voran die Afrikaner heraus, die Ihren Fans damit das Sauerkraut eher süß schmecken ließen. Einige von diesen Nachwuchstalenten wird man mit Sicherheit bei der WM 2018 in Russland für Ihre A-Nationalmannschaften auflaufen sehen!

Zurück zum Wesentlichen – der Wurst. In einem zwar eher dürftigen Brötchen eingebettet, gab es neben dem länglichen Gebrät und dem Sauerkraut DAS Highlight am Wurststand: Die Saucenbar! Vier verschiedene Arten von Senf gab es, dazu Ketchup, Sweet Chili und Barbeque Sauce. Man konnte seine Mahlzeit also noch nach persönlichem Geschmack abrunden und somit war das gute Stück ein absoluter Leckerbissen. Das große Manko: Der Preis. Mit umgerechnet rund 5€ ist die Bratwurst im Westpac-Stadium also eindeutig zu teuer (im Gegensatz zu deutschen Kreisligapreisen). Sind wir von unseren ausländischen Würstl-Tests bereits gewohnt.

Ein rundum gelungener Abend war es trotzdem, dazu trugen vor allem die Protagonisten auf dem Rasen bei, die nebenbei auch noch unter ganz besonderer Beobachtung standen: Pierre Littbarski, einer der Weltmeister von 1990, war vor Ort um Talente für den VFL Wolfsburg zu scouten. Aber er war nicht das einzig bekannte Gesicht. Auch Ex-Pauli Trainer André Schubert trafen wir dort an. Ein schöner Beigeschmack zur Wurst also, die trotz dem Preis im MUTS-Test sehr gut abschneidet – endlich mal eine gute Wurst jenseits des deutschen Ligensystems.

Note
Wursttyp: Bratwurst
Preis: 8 NZD (5 Euro) 6
Konsistenz: sehr knackig 1
Temperatur: perfekt heiß 1
Geschmack: köstlich 1
Bräunegrad: gut 2
Gesamtnote 2,2

„Du bist so heiß wie ein Vulkan“


29.11.2014, Landesliga Lüneburg: SV Ahlerstedt/Ottendorf – TuS Harsefeld 0:0

Ahlerstedt-WurstWenn andere auf den Weihnachtsmarkt gehen, führt mich der Weg an den Fußballplatz. Immerhin lädt die SV Ahlerstedt/Ottendorf (A/O) den TuS Harsefeld zum Samtgemeinde-Derby. Die Harsefelder als Aufsteiger wohl das Überraschungsteam des Jahres, während A/O als gestandener Landesligist nur schleppend in die Saison gefunden hat.

Der Wunsch an einem Glühweinstand den heißen Punsch zu schlürfen war natürlich schon vorhanden. Stattdessen: eisigkalte Temperaturen in Ahlerstedt. Aber die Bratwurst so heiß wie ein Vulkan. Perfekt zum Wetter. Leider konnte mich die Grillspezialität im Hinblick auf die Konsistenz eher weniger überzeugen. Am Ende blieben die Finger ganz schön fettig. Geschmacklich steht trotzdem ein positives Fazit.

Besser als die erste Halbzeit eines überschaubaren Fußballspiels war das Grillgut alle mal. Die Harsefelder zeigten sich leicht überlegen und kamen durch Nachwuchsspieler Andreas Kähm zu zwei Halbchancen.  Ansonsten blieben weitere Torchancen Mangelware. Nach dem Seitenwechsel ließen beide Teams beste Gelegenheiten liegen. Die beste hatten ohne Zweifel die Gastgeber durch Dimitri Fiks, der gekonnt den Torwart umkurvte, dann vor dem leeren Tor aber ins Stolpern kam. Das Unentschieden hätte zwar nach dem zweiten Abschnitt durchaus Tore gebraucht, bleibt vom Resultat aber für beide Mannschaften verdient.

Der TuS Harsefeld überwintert im Führungsquintett auf dem dritten Tabellenplatz. Die SV A/O verschaffte sich nach sechs Spielen ohne Niederlage zumindest ein wenig Luft auf die fünf Abstiegsplätze in der Liga. Wie in der Landesliga-Tabelle reiht sich auch die Bratwurst der Spielvereinigung im MUTS Ranking im Mittelfeld der Tabelle ein – für die Top 10 reicht es jedoch nicht.

Note
Wursttyp: Bratwurst
Preis: 2 EUR 2
Konsistenz: labbrig 4
Temperatur: heiß 1,5
Geschmack: gut 2,5
Bräunegrad: gut 2
Gesamtnote 2,4

 

Von der Wurst verzaubert…


23.11.14, Kreisliga Stade: TSV Apensen – VSV Hedendorf/Neukloster II 6:0 (2:0)

Ja, ich esse bei jedem Fußballspiel wenn möglich eine Stadionwurst. Und ja, ich versuche jede davon auch zu testen. Auf der Landkarte habe ich schließlich auch schon einige Bratwurstbuden besucht. Beim TSV Apensen war ich aber noch nicht. Aus einem entspannten Fußballnachmittag ohne Bratwürste zu testen wurde dann ja doch fast schon ein Arbeitstag. Dass ich mir dann doch eine Wurst gekauft und zur Sicherheit ein Foto geschossen habe, war letztlich aber die beste Entscheidung des Nachmittags.

Eigentlich wollte ich mir die Kreisliga-Partie der Ersten Mannschaft des TSV Apensen gegen die VSV Hedendorf/Neukloster II zu Gemüte führen. Der Duft des Grills lockte mich aber schon beim vorherigen Spiel an den Bratwurststand. TSV Apensen II gegen Post SV Buxtehude. Ich habe mir sagen lassen, dass es am Ende 3:3 stand. Die Apenser mussten in den Schlussminuten noch den Ausgleich hinnehmen.

Die Spannung der Partie war also umso besser für mich. Keine Schlange beim Bratwurst holen, 1,50 Euro auf den Tisch gelegt und zack – liegt die schöne Krakauer auf der Pappe vor mir. Schnell Ketchup und Senf dazu, die Scheibe Toast wird mir direkt dazu in die Hand gedrückt. Klar, wer meine Tests regelmäßig liest, der weiß, dass ich meine Wurst am Liebsten im Brötchen esse. Aber das war mir schließlich egal, denn das Grillgut war ein absolutes Prachtexemplar. Schon in der Optik zum Reinbeißen verführt. Geschmacklich wirklich überragend und richtig schön knackig. Nein, ich schwärme nicht alleine. Auch meine Begleiter kamen aus dem Bestaunen gar nicht mehr raus.
Gerade im Landkreis Stade war ich schlimmeres gewohnt. Bratwürste, die einfach weiß geblieben sind – und nein, sie wurde nicht als Weißwurst verkauft. Das, was der TSV Apensen hingegen am Grill ablieferte, war überragend. Möglicherweise haben die Spieler der Apenser die Wurst als Dopingmittel benutzt. Immerhin gewannen sie gegen die eigentlich leicht favorisierten Hedendorfer mit 6:0. Dazu kamen zwei Platzverweise bei den Gästen. Eine Partie, die alles mit sich brachte – mal abgesehen von schönem Fußball. Nur als Tipp an den TSV Apensen: Bitte bietet die Wurst im Bröchten an. Ansonsten bleibt mir einfach nur zu sagen: Wow!

Note
Wursttyp: Krakauer
Preis: 1,50 EUR 1,5
Konsistenz: sehr knackig 1,5
Temperatur: minimal zu heiß 1,5
Geschmack: königlich 1,0
Bräunegrad: gut 2
Gesamtnote 1,5

Salzwurst zum Hallenfußball


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Foto: Moritz Studer

21.10.14, Champions-League: FC Schalke 04 – Sporting Clube de Portugal 4:3 (1:1)

Es wird wieder königlich! Zum dritten Spieltag der diesjährigen Champions-League-Saison führt der Weg nach Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 empfängt den Sporting Clube de Portugal – besser bekannt als Sporting Lissabon – und will mit seinem neuen Trainer Roberto di Matteo den zweiten Pflichtspielsieg einfahren.

So weit, so gut. Viel wichtiger im Vergleich zum Sportlichen natürlich der Wettbewerbsbeitrag vom Grill für unser Ranking. Die Veltins-Arena vermittelt wirklich eher einen Hallencharakter als den eines Fußballstadions. Der Ruhrpottklub hat alles im Sortiment, was das Herz begehrt. Pizza, Pommes, Popcorn, Haribo-Tüten, blau-weiße Lollies und nach einer langen Suche fand ich auch das Bratwurstschild. Als ich den Innenraum des Stadions betrat erwartete ich also vieles. Einen Theaterbesuch vielleicht, aber mit Sicherheit keinen Fußballplatz. Mein Blick also umso überraschter, als ich mich mit meiner 2,70 Euro Bratwurst langsam auf den Weg zu meinem Platz machte.

Bereits optisch deutete sich an, dass diese Wurst sich eher nach unten orientieren muss. Die Wurst eher halbgebräunt, aber immerhin in einem schönen Brötchen. Die Hoffnung auf einen guten Test verflog dann aber mit dem Abbeißen. Die Grillspezialität entpuppte sich als lauwarm und salzig. Ja, tatsächlich salzig. Möglicherweise eine clevere Geschäftstaktik – zumindest trank ich mein Zitronenwasser parallel ziemlich schnell leer. Geschmacklich war die Wurst zwar in Ordnung, dennoch würde ich tatsächlich eher den Griff zur Pizza oder zum Lollie empfehlen. Möglicherweise sind die Schalker Grillmeister aber einfach auch noch hin und weg von ihrem neuen Cheftrainer.

Der zweite Sieg im zweiten Pflichtspiel spricht zumindest für Di Matteo. Nani brachte die Gäste nach einer Ecke in Führung, ehe „Lisboa“ sich selbst dezimierte, weil Mauricio die Ampelkarte sah. Obasi, Huntelaar und Höwedes brachten Schalke in Front und das Spiel schien entschieden. Zehn Portugiesen glichen aber durch einen Doppelpack von Adrien Silva tatsächlich noch aus. Dafür, dass es dabei nicht blieb, sorgte der russische Schiedsrichter, der in der Nachspielzeit – warum auch immer – auf Handelfmeter entschied. Ich erinnere dabei an den Hauptsponsor der Königsblauen: Gazprom. Choupo-Moting war es herzlich egal, er verwandelte zum 4:3-Endstand.

Auch wenn zwei Siege auf dem  Konto stehen seit dem Trainerwechsel, ist bei Schalke noch viel zu tun. Sieben Tore entschädigten ein unterirdisches Fußballspiel nur minimal. Sportlich schafften es die Gelsenkirchener zwar zu punkten, in unserem Wurst-Ranking befinden sie sich aber auf einem Abstiegsplatz.

Note
Wursttyp: Bratwurst
Preis: 2,70 EUR 3
Konsistenz: knackig 2
Temperatur: gerade so lauwarm 5
Geschmack: salzig 3
Bräunegrad: eher hell 4
Gesamtnote 3,4

 

Der Derbykracher aus Sydney


18.10.2014 Hyundai A-League: Sydney FC – Western Sydney Wanderers 3:2 (1:2)

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Der Derbykracher aus Sydney

An einem sonnigen Samstag startet die Tour zum ersten Fußballspiel in Australien. Aus dem beschaulichen und ruhigen Manly bricht ein kleiner deutscher Tross auf zum Derby nach Sydney. Die Vorfreude auf das Spiel ist groß. Doch was uns am Stadion erwartete, übertraf alles, was wir uns vorher ausgemalt hatten. Mit Trommeln, lauten Gesängen und Bengalos bewaffnet schritt eine Meute von rot-schwarzen Wanderers-Fans am Stadion vorbei. Die Trikots erinnerten doch sehr an die Eintracht aus Frankfurt oder den Sportclub aus dem Breisgau. Schon dieser Marsch zum Stadion ließ die deutsche Fanseele ein Jubelschrei ausstoßen. Berauscht von diesem Auftakt führte uns der Weg, typisch deutsch, zum Grill. Die Stärkung für ein spektakuläres Derby musste her!

Im rot-schwarzen Bereich ging es zum Bratwurststand. Ich nahm mir als Testobjekt eine Krakauer im Brötchen, dazu waren on top noch Sauerkraut und Senf dabei. Aber wie immer merkte der deutsche Wurstgeniesser: Australische Lebensmittel sind teuer. 9,40 Australische Dollar waren der Preis für diese gute Wurst, umgerechnet sind das ca 6,58 Euro (!)  – die Wertung damit natürlich mit tiefen Kratzern. Doch nach dem kurzen Preisschock, den der deutsche Besucher schon gewohnt ist, ging es an dern Genuss des Grillguts. Der Knack war ein sehr guter. Beim ersten Bissen krachte es, als wären die Bengalos schon losgegangen. Knackig, würzig, gut! Das erste Urteil war gefällt. Die Temperatur war weniger hitzig als die Atmosphäre später beim Spiel, aber trotzdem warm. Das Sauerkraut gab einen schönen runden Geschmack und das Derby konnte losgehen. Das Duell des ehemaligen Clubs von Alessandro Del Piero und dem frischgebackenen asiatischen Champions-League-Finalisten hatte alles, was das Herz eines jeden Fußballfans höher schlagen lässt. Angefangen von Choreos und Bengaloshow, über frenetische Fangesänge und einer Gästeführung zur Pause, bis hin zum Platzverweis für die Wanderers und einem Siegtreffer für das Heimteam. Der Siegtreffer wurde so sehr gefeiert, dass aus der Gästekurve mehrere volle Wasserflaschen aufs Feld flogen, der Torwart ging am Ende mit mindestens zwei Sixpacks nach Hause – während auf der anderen Seite die Fans aufs Feld rannten, den Torschützen umarmten und über den Platz flitzten. Alles in allem ein guter Fußballsamstag im schönen Sydney!

 

Note
Wursttyp: Krakauer
Preis: 9,40 Australische Dollar (~6,58 Euro) 6
Konsistenz: Knackig 1,5
Temperatur: warm 2
Geschmack: würzig lecker 2
Bräunegrad: bräunlich 3
Gesamtnote 2,9

 

Preislimbo im Athlone


19.09.2014, National First Division: Engen Santos FC – Royal Eagles FC 4:2 (2:1)

Das Corpus Delicti: Feurig scharf und ultra-billig

Das Corpus Delicti: Feurig scharf und ultra-billig

An einem milden südafrikanischen Freitagabend ewartete uns ein Event der Extra-Klasse im Athlone Stadium bei Kapstadt. Ein Zweitliga-Spiel, gepackt mit so viel Sonderheiten, dass es für einen kurzen Stadionwursttest eigentlich gar nicht reicht. Der Reihe nach…

Das Athlone Stadium wirkt mächtig, als wir unsere zwei Leihwagen auf den 45 Minuten vor Anpfiff noch komplett leeren Parkplatz lenken. Die vier großen Flutlichmasten ragen majestätisch aus dem 30.000-Platz-Konstrukt am östlichen Stadtrand Kapstadts. Schon die ersten Schritte im Stadion ließen diese pompöse Stimmung jedoch schnell wieder verpuffen. Zunächst einmal suchten wir nach der Eintrittspreis-Tafel – vergeblich. Der Eintritt war frei. Einfach mal umsonst. Für zweite Liga und solch ein Stadion hätten wir gut und gerne einen Zehner gezahlt. Denkste – wir wurden so reingelassen. Wer nun eine volle Hütte erwartete, durfte sich kurz in Richtung leergefegter Parkplatz umdrehen und begreifen, dass die WM 2010 anscheinend wenig Lust auf mehr hinterlassen hatte. Ganze 350 Zuschauer saßen auf der einen, einzigen Tribüne die an diesem Abend geöffnet war. Dazu kommt, dass knapp 250 davon Fans der Auswärtstruppe aus Durban waren – immerhin 19 Stunden Busfahrt lagen demnach hinter ihnen. Diese machten dann auch lautstark Stimmung. Von den restlichen 100 vermeintlichen Heimfans war allerdings so wenig zu hören, dass wir (zehn Mann) kurzerhand den Heimblock stellten und mit allerlei erlernten Schlachtrufen eine Mannschaft anfeuerten, bei der wir keinen einzigen Akteur mit Namen kannten, geschweige denn zuvor schon mal gesehen hatten.

So eine ausgiebige Fan-Choreo machte uns derartig hungrig, dass wir noch vor Anpfiff den Weg an die einzige Verpflegungsstation im Stadion fanden. Zu einem Preis von 15 südafrikanischen Rand (1,04 Euro) bekamen wir eine landestypische Boerewors im weichen Hotdog-Brötchen,  inklusive Bratzwiebeln und feurig-scharfer Chili-Sauce. Während jeder europäische Fußball-Liebhaber bei diesem Preis warscheinlich durch die Decke gegangen wäre, waren wir das Preislimbo hier bereits gewohnt und griffen mit einem müden Lächeln gleich doppelt zu. Mit viel Liebe war dieses Fleisch-Geschöpf allerdings nicht geschaffen. Die leicht desinteressierte Wurstesse überreichte uns eine lauwarme, labbrige Wurst mit ordentlich Sauce on top. Zumindest schmeckte sie dann enorm würzig – im Vergleich zu unserem letzten Boerewors-Test nix Neues. Boerewors bleibt halt Boerewors. Note 2,6.

P.s. Der Zweitliga-Kick auf dem für südafrikanische Verhältnisse durchaus akzeptablen Rasen endete mit einem 30-Meter-Kracher 4:2 für Santos – natürlich nur aufgrund unserer lautstarken Unterstützung.

 

Note
Wursttyp: Boerewors (Bratwurst)
Preis: 15 Rand (~1,04€) 1
Konsistenz: Boerewors-typisch labbrig 4
Temperatur: lauwarm 3
Geschmack: mega-würzig, feurig scharf 2
Bräunegrad: solide bräunlich 3
Gesamtnote 2,6

Wenn die Wurst im Brötchen verschwindet…


06.09.2014, 3. Liga: FC Hansa Rostock – Hallescher FC 0:1 (0:0)

Länderspielpause? Egal! Irgendwie muss meine Ration Stadionwurst am Samstag her. Die 3. Liga ist dann auch noch die höchste Spielklasse in Deutschland, die an diesem Wochenende stattfindet – mit dem Optimismus trat ich zumindest den Trip nach Rostock an.

Ein Ostderby an der Ostsee im Ostseestadion – natürlich komplettiert durch ein Ticket für die Osttribüne. 23 Euro kostet der Spaß? Dann muss sich die Bratwurst aber auch lohnen! Und das Spiel natürlich auch.  Der FC Hansa schraubt die Erwartungen an seine Grillspezialität gleich mal in die Höhe – „Klasse Wurst!“ ist über der Verkaufsbude zu lesen. Dann mal los. Für 2,70 Euro gibt es die Rostocker im Brötchen. Einmal kurz eingeschoben: So muss die Brotbeilage zur Wurst aussehen, spitze! Da muss man den fleischigen Inhalt fast suchen, so riesig ist das Brötchen.  In der Optik ist die Bratwurst aus Rostock eine glatte EINS. Geschmacklich ein sehr eigener Wursttyp , aber gut. Außerdem wird in der Hansestadt nicht mit Ketchup und Senf gegeizt. Die Hälfte davon landete zwar bei meiner vorderen Sitznachbarin auf dem Sitz – sorry dafür, konnte aber mit dem Taschentuch meines rechten Sitznachbars entfernt werden – danke hierfür.

Um auch das Spiel kurz anzusprechen – die 23 Euro Eintritt waren eine absolute Frechheit! Die Hausherren ohne jegliche Leidenschaft oder Spielidee. Der HFC, oder in Fankreisen auch bevorzugt Chemie Halle, mit einer angemessenen Vorstellung für ein Auswärtsteam. In der Offensive lief zwar auch nicht sehr viel zusammen, die Gäste aber das klar überlegene Team. Eine Gogia-Freistoßflanke in der zweiten Halbzeit wird von Hansa-Torwart Hahnel unterschätzt und schlägt ins Netz ein. 0:1 für Halle. Ein verdienter Sieg in einem – noch positiv ausgedrückten – Grottenkick. Beide Fanlager unterstützten ihre Mannschaften dennoch bemerkenswert lautstark.

Wenn das Spiel der Rostocker auch nur im Ansatz so schön anzuschauen wäre wie die Bratwurst, dann würde da sogar was in Richtung Aufstieg gehen. So liegt die Kogge nicht mehr gut in der See und segelt langsam aber sicher in die nächste Krise.

Note
Wursttyp: Bratwurst
Preis: 2,70 EUR 3,0
Konsistenz: knackig 1,5
Temperatur: genau richtig 1,5
Geschmack: wurstig gut 1,5
Bräunegrad: kostant braun 1,0
Gesamtnote 1,7

Da ist dir das Spiel Wurst


06.09.2014, Landesliga Niedersachsen: TuS Neetze – TuS Celle FC 1:1 (0:1)

Es war ein verregneter Samstag, die Bundesliga hat den Betrieb für einige Tage eingestellt, will der Löw-Truppe Platz machen. Für ein Quali-Spiel gegen Schottland. Während sich die meisten noch fragten, wieso überhaupt eine Qualifikation gespielt wird für die EM 2016 – immerhin spielen ja 24 Teams in Frankreich mit – machte sich MUTS auf den Weg, um die beste Wurst der Welt ausfindig zu machen.

Zum ersten Mal sind wir im Landkreis Lüneburg unterwegs. 15 Kilometer vom schönen Lüneburg entfernt liegt Neetze, ein kleines Dorf der Samtgemeinde Ostheide. Der Heim-TuS ist gerade auf-, sein Gegner aus Celle abgestiegen. Das zeigt auch das Spiel. Ibrahimovic spielt bei den Gästen mit – allerdings in der Abwehr. Er zieht den Ball an wie ein Magnet. In der Spitze ein pfeilschneller Kicker, es könnte sowohl vom Äußeren als auch vom Laufstil der kleine Bruder von David Odonkor sein. Dazwischen technisch gute Fußballer, aber Neetze ist sowieso nicht der Maßstab. Noch in der ersten halben Stunden ging Celle in Führung. Gähn, egal, Hunger. Das dachten sich viele der rund 150 Zuschauer im Jahn-Stadion.

Trotzdem ging es schnell. Innerhalb kürzester Zeit liegt heißes Grillgut auf meiner Pappstange. Ohne Diskussionen anfangen zu wollen: meine private Fehde mit dieser Pappe und dem halben Toast als Beilage ist nicht zu verschweigen. „Worscht im Weck“ habe ich liebgewonnen, aber na gut.

Die Schinkenwurst vom Grill ist ein Hammer, die scheppert in den Geschmacksnerven mehr als jeder Lattenkracher von Naldo. Eine perfekt temperierte Wurst, perfekt gegrillt, knackig und nicht trocken. Da ist die Pappe schnell vergessen. Ein dickes Lob an den gut besuchten Grillchef. Hoffentlich hatte auch „Ibrakadabras“ Double noch Zeit für einen Bissen…

Was gab es noch? Achso, Neetze erzielte nach einem langen Einwurf und einer schönen Einzelaktion des Stürmers kurz vor Schluss den Ausgleich. Überraschend, das „Ibra“ das zugelassen hat. Aber das war mir Wurst! Meine Zunge fuhr noch nach dem Abpfiff Achterbahn – wenigstens eine schöne Erinnerung bleibt von diesem verregneten Samstag ohne Bundesliga –

Note
Wursttyp: Schinkenwurst
Preis: 2 EUR 2
Konsistenz: knackfrisch 1,5
Temperatur: perfekt (nicht zu heiß, nicht lauwarm) 1,0
Geschmack: kräftig und natürlich 1,5
Bräunegrad: optimal gebräunt 1,5
Gesamtnote 1,5

 

 

Optiker gesucht!


16.08.2014, DFB-Pokal: FSV Optik Rathenow – FC St. Pauli 1:3 (0:2)

Optik optisch ok. (Foto: Studer)

Optik optisch ok. (Foto: Studer)

Auf der Suche nach „der“ Wurst führte der Weg dieses Mal in die „Stadt der Optik“ – Rathenow. Irgendwo im Osten, Brandenburg. Das erste Mal übrigens, dass MUTS in einem der neuen Bundesländer nach der perfekten Bratwurst sucht.

Der FSV Optik Rathenow ist im vergangenen Jahr aus der Regionalliga abgestiegen, konnte aber bereits das zweite Mal in Folge den Brandenburg-Pokal gewinnen. Der Lohn: die Teilnahme am DFB-Pokal. In diesem Jahr kamen aus Hamburg mehr als 2000 hungrige St. Pauli-Fans. Wichtiger als dieses Spiel war demnach wohl nur die Rolle des Vereins am Bratwursttresen. Steinig und schwer der Weg zum Grill durch den großen Andrang. Das Anstehen hat sich aber gelohnt: Für zwei Euro gab es die klassische Bratwurst im Brötchen. Ein netter Preis. Auch geschmacklich durfte man im Großen und Ganzen zufrieden sein – um sich im MUTS-Ranking nach ganz oben zu setzen, war die Leistung der Grillmeister von Optik jedoch ausbaufähig. Abzüge gibt es gerade beim Bräunegrad, da das Wurstobjekt auf einer Seite dunkler war als der zwischenzeitlich (vom Unwetter getriebene) Himmel über dem Stadion „Vogelgesang“ in Rathenow. Auf Optik wird bei Optik also weniger geachtet.

Der grüne Rasen blieb von den wechselhaften Wetterverhältnissen aber weitestgehend verschont. Auf dem Geläuf zeigte sich ausgesprochen schnell der Klassenunterschied der beiden Teams. Bei Christopher Nöthes Führungstreffer in der achten Minute hätten die Kiez-Kicker durchaus schon höher führen können. Für die weiteren Treffer der Gäste sorgten ein weiteres Mal Nöthe und Neuzugang Ante Budimir, ehe Printemps für die Gastgeber noch den Ehrentreffer markierte. Ergo 3:1, klares Ding.

Im DFB-Pokal war zwar bereits in Runde Nr. 1 Feierabend für Optik Rathenowgegen einen Profi-Trupp – in unserem Bratwursttest schlagen die Brandenburger aber dennoch den ein oder anderen Bundesligaklub. Nur die Optik, da könnte noch gepfeilt werden.

P.s. Der FSV Optik Rathenow ist übrigens immer noch auf der Suche nach einem Optiker! Bewerbungen bitte an wurst@optik.de.

  Note
Wursttyp: Bratwurst  
Preis: 2 EUR 2
Konsistenz: gut knackig 1,5
Temperatur: Tendenz: lauwarm 3
Geschmack: herzhaft 2,5
Bräunegrad: optisch mau 4
Gesamtnote 2,6

 

Auch VIPs greifen zur würzigen Boerewors


13.08.2014, Premier League Soccer: Ajax Cape Town – Mamelodi Sundowns 1:0 (0:0)

Leere Ränge, herzhafte Boerewors.

Leere Ränge, herzhafte Boerewors. (Foto: Berger)

Ajax Cape Town gegen Mamelodi Sundowns – Kapstadts größter Fußballklub und Tochterunternehmen des niederländischen Spitzenklubs trifft auf den amtierenden Meister aus Pretoria. Die Zuschauerzahl im WM-Stadion, wo vor vier Jahren Arne Friedrich und Co. Argentinien mit 4:0 entzauberten, war schlichtweg enttäuschend: nur 2500 Zuschauer tröteten inbrünstig in ihre bunten Vuvuzelas. Abgesehen von den ohrenbetäubenden Blasinstrumenten war von WM-Feeling keine Spur!

Es goss wie aus Kübeln. Dumm nur, dass ein Security-Mann uns beim Versuch, sich in eine der warmen und trockenen Business-Logen zu schmuggeln, erwischte. Immerhin durften wir mit dem noblen Aufzug durch den Bauch der Arena fahren und unseren Wagen auf einer Art „VIP-Parkplatz“ stehen lassen. Hat schon seine Vorteile, wenn man einen verletzten, auf Krücken humpelnden Kumpel an Bord hat, der von manchen Ordnern auch noch mit einem Erstliga-Profi verwechselt wird.

Letztlich nahmen wir dann also doch unsere 60-Rand-Plätze (umgerechnet 4,20 EUR) ein – und testeten eine typisch-südafrikanische Boerewors. Die „Bauernwurst“, wie sie übersetzt auf Afrikaans heißt, ist eine Art Bratwurst, die klassischerweise aus fein gehacktem Rind-, Schweinefleisch und Wildfleisch besteht. Sie gehört zu einem typischen südafrikanischen Grillessen wie deutsches Sauerkraut zum Eisbein. Der Preis war mit umgerechnet 1,41 Euro unschlagbar. Auch geschmacklich war die mit Thymian und Koriander gewürzte Boerewors gut. Abzüge gibt es allerdings in den Kategorien Konsistenz und Temperatur. Meckern kann man im Allgemeinen über die Wurst aber nicht, zumal sie mit reichlich gebratenen Zwiebeln serviert wurde.

Über den letztlich überraschenden 1:0-Sieg von Ajax freute sich übrigens unser verletzter „Star“. Er setzte einen Zehner auf den Außenseiter und ging mit einem vollen Magen, einer Bierfahne und 35 Euro aus dem Stadien. Damit hatte er übrigens den Preis für eine Saison-Dauerkarte bei Ajax Cape Town raus!

 

Note
Wursttyp: Bratwurst
Preis: 1,41 EUR (20 Rand) 1
Konsistenz: labbrig 4
Temperatur: lauwarm 3,5
Geschmack: herzhaft-kräftig, würzig-gut 2
Bräunegrad: okay 3
Gesamtnote 2,7