Bitter: „Kiel wird Meister!“


Torhüter überragt bei 29:26 über Flensburg / HSV strotzt wieder vor Selbstvertrauen / Morgen in Mannheim

Die HSV-Fans sind heiß auf den Kracher in Mannheim. (Foto: Berger)

Die HSV-Fans sind heiß auf den Kracher in Mannheim. (Foto: Berger)

Hamburg (pat). Jogi Bitter hatte sichtlich Spaß. Noch Minuten nach dem Abpfiff genoss der Torhüter des HSV Hamburg das Bad in der Menge. Schwungvoll und mit einem Lächeln im Gesicht verteilte er Autogramme und klatschte mit den frenetisch feiernden Fans ab. „Das macht nach einem Sieg natürlich viel mehr Spaß“, meinte der deutsche Nationaltorhüter hinterher. Er hatte großen Anteil am 29:26-Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt. 13 von 37 Würfen parierte Bitter, gleich mehrfach war der 2,02-Meter-Hüne in der wichtigen Phase Mitte der zweiten Halbzeit zur Stelle. Dafür gab es auch von Martin Schwalb, dem Trainer, Lob: „Wir haben zwischen der 40. und 55. Minute hervorragend gestanden. Dazu kommt, dass Jogi richtig gut gehalten hat.“ Der 31-jährige Torhüter machte die „unglaubliche Stimmung“ für den zehnten Rückrundensieg verantwortlich. Es sei schon lange her, dass fünf Minuten vor Schluss 12.000 Fans in der Halle gestanden haben. Dafür hatte Bitter nur ein Wort parat: „Geil!“ Weiterlesen

HSV-Sieg im Champions-League-Kampf


Choreografie der Fans vor dem Spiel

Choreografie der Fans vor dem Spiel

Der HSV Handball ist wieder im Rennen um die Champions-League-Qualifikation. Nach einem 29:26(14:16)-Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt vor ausverkaufter Halle kann der HSV wieder auf die Champions-League hoffen.Dies ist ein wichtiges Ziel für den HSV in Zeiten der Krise. Flensburg dagegen muss wieder um dieses Ziel zittern und muss sich aus dem Meisterschaftskampf verabschieden.

Weiterlesen

Die Fantastischen Vier des Handballs im Kampf um den Titel


IMG_1531

Spiel: Flensburg gegen Kiel

Jetzt  wird’s heiß!

Endlich geht’s auf die Zielgrade im Handball! Die Meisterschaft ist umkämpft wie lange nicht mehr. Nach dem Punkteverlust von Kiel gegen Magdeburg und dem anhaltenden Siegeszug der Rhein-Neckar Löwen von  jetzt schon 10 Spielen ist es ganz eng an der Spitze. Auch die SG Flensburg-Handewitt ist wieder ganz nah dran an der ersten Meisterschaft seit 2004 und vielleicht kann auch der HSV Hamburg in den Titelkampf eingreifen. Der Kampf um die Meisterschaft in der „besten Liga der Welt“ ist härter und spannender denn je.

Daher wagt MUTS eine Prognose für den spannenden Vierkampf um die Meisterschale:
Weiterlesen

HSV feiert dank „Mister Zuverlässig“


Hans Lindberg führt Hamburg zum 37:31-Erfolg über MT Melsungen

Besondere Grüße: Vor dem Spiel gratulierte Ex-HSV-Star Bertrand Gille Duvnjak zum Welthandballer-Titel. (Foto: Berger)

Besondere Grüße: Vor dem Spiel gratulierte Ex-HSV-Star Bertrand Gille Duvnjak zum Welthandballer-Titel. (Foto: Berger)

Hans Lindberg hat schon viel erlebt in seiner Handball-Karriere. 15 Tore wirft der frisch gebackene Vize-Europameister aber auch nicht alle Tage. Er war es, der die MT Melsungen quasi im Alleingang überrollte – und das mit einem ausgekugelten Fingergelenk. „Sein rechter Mittelfinger hat in eine andere Richtung gezeigt, das sah nicht gut aus“, meinte Martin Schwalb. Weiterlesen

Der Fels in der Brandung


Zum 25. Mai ist Schluss, dann wird Oliver Roggisch offiziell seine Karriere als Handball-Profi beenden. Warum der 35-jährige Abwehrspezialist in alle den Jahren trotz aller Kritik einer der wichtigsten Figuren des deutschen Handballs war. Ein Kommentar.

"The Rogg" sagt "Tschüss". (Foto: Berger)Ich erinnere mich zurück an ein Gespräch mit Vlado Stenzel. „Der Magier“, der mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft 1978 den Weltmeister-Titel holte, sprach vor fünf, sechs Monaten in einem Telefonat mit mir über die Zukunft des deutschen Handballs. Auf den Namen Oliver Roggisch reagierte der mittlerweile 79-jährige Kroate, der in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden wohnt und von dort aus gerne Giftpfeile in Richtung DHB-Spitze schießt, nahezu allergisch. Freilich sei Roggisch ein starker Abwehrspieler, mit Männern wie ihm könne die deutsche Mannschaft aber längst „keinen Blumentopf“ mehr gewinnen. Roggisch sei zu grob, ein Foulspieler und im modernen Handball fehl am Platz. „Was will man mit Roggisch?“, fragte Stenzel rhetorisch.

Bei allem Respekt vor Vlado Stenzel; Oliver Roggisch ist einer der prägendsten Profis in der Bundesliga und nicht nur ein grober, unmoderner Foulspieler. Der 35-Jährige, der jetzt seinen Rücktritt vom aktiven Spitzenhandball angekündigt hat und bald als Teilzeit-Manager des DHB-Teams arbeiten wird, ist in den vergangenen Jahren zu dem Gesicht des deutschen Handballs avanciert.

Nicht umsonst wird Roggisch, der bislang 201 Länderspiele mit dem Adler auf der Brust bestritten hat, „The Rogg“ genannt. In nahezu allen 201 Partien für die DHB-Auswahl war der Weltmeister von 2007 und Spieler der Rhein-Neckar Löwen der personifizierte Fels in der Brandung. Am Abwehrspezialisten führte nur selten ein Weg vorbei. Er packte zu, ging dorthin, wo es weht tut. Mit Roggisch, dem Kämpfer, verbinden viele Fans die Szene aus dem Film „Projekt Gold“, in der er blutüberströmt mit einer Platzwunde am Kopf vom Feld läuft. „Ohne oder mit Betäubung?“, fragt Teamarzt Berthold Hallmaier. Ohne natürlich. Einer wie Roggisch kennt kein Erbarmen. Er war in all den Jahren für die Drecksarbeit zuständig und nicht umsonst einer der weltbesten Abwehrspieler. Ein Mann, der sich immer in den Dienst der Mannschaft gestellt hat, an vier Europa- und fünf Weltmeisterschaften teilgenommen hat und vor allem für die Jüngeren Motivator und „Vaterfigur“ zugleich war. Auch in den Playoffs für die WM, die am 7./8. und 14./15. Juni gegen Polen ausgetragen werden, ist mit einem Roggisch zu rechnen, der 100 Prozent gibt – für das Team und für ein ganzes Handball-Land.

Am 25. Mai sagt der 35-Jährige dann offiziell „Tschüss“. Dann wird das Abschiedsspiel zwischen den Rhein-Neckar Löwen und der deutschen Nationalmannschaft angepfiffen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt müsste auch ein Vlado Stenzel erkannt haben, dass in Oliver Roggisch einer der bedeutendsten und prägendsten Handballer das Parkett verlassen hat.

Und plötzlich in der Bundesliga


Gummersbach. Marc Strohl hat zuletzt sein Debüt für den Handball-Bundesligisten VfL Gummersbach gegeben. Der erst 19-jährige Rückraumspieler stand schon gegen die Rhein-Neckar Löwen und den Bergischen HC in der „stärksten Liga der Welt“ auf der Platte. Patrick Berger sprach mit dem Nachwuchstalent, der vor zwei Jahren aus dem hessischen Hanau in die oberbergische Kreisstadt gewechselt war, über dessen Marktwert in virtuellen Managerspielen und wie es sich anfühlt, plötzlich vor 9000 Zuschauern aufzulaufen.

Marc Strohl. (Quelle: vfl-gummersbach.de)

Marc Strohl. (Quelle: vfl-gummersbach.de)

Marc Strohl, man kann Sie beim Handball-Manager von Sport1 für seine Mannschaft verpflichten. Kennen Sie Ihren dortigen Marktwert?

(lacht) Nein, sagen Sie es mir.

0,05 Millionen. Zum Vergleich: Patrick Groetzki gibt es für 1,12 Millionen, Hannovers Torhüter Nikolai Weber für 0,28 Millionen. Sie sind ja ein richtiges „Schnäppchen“.

Ich kenne das Spiel zwar, wusste aber gar nicht, dass es mich dort überhaupt gibt. Das ist doch eine tolle Sache.

Vor zwei Jahren haben Sie noch in der A-Jugend-Bundesliga in Hanau gespielt, jetzt kann man Sie in einem virtuellen Spiel kaufen, verrückt oder?

Das ist schon etwas ganz besonderes. Die Zeit kommt mir zurzeit wie im Traum vor.

Ist das Managerspiel der Beweis dafür, dass man in der Bundesliga angekommen ist?

Nein, überhaupt nicht. Daran denke ich gar nicht. Ich durfte in den letzten Wochen mal reinschnuppern und bin aus diesem Grund erst einmal unheimlich glücklich.

Mit „reinschnuppern“ meinen Sie Ihre ersten Einsätze in der Bundesliga. Zuletzt durften Sie gegen den Bergischen HC ran. Ihr erstes Bundesligaspiel absolvierten Sie aber gegen die Rhein-Neckar Löwen. Schildern Sie dieses Erlebnis.

Mannheim war schon etwas ganz tolles. Das ist krass, wenn man in so einer großen Halle vor 9000 Zuschauern spielt.

Wie hat Ihnen Emir Kurtagic, Trainer des VfL, die Berufung in den A-Kader mitgeteilt?

Er schaute Ende November im Training der U23 vorbei und teilte mir dann mit, dass ich nach Mannheim mitfahren soll. Er meinte auch, dass ich von nun an bei der Bundesliga-Mannschaft trainieren soll.

Ein tolles Gefühl, oder?

Ja, absolut. Aber das Mittrainieren ist für mich nicht ganz neu. Es gab immer ein paar Einheiten, bei denen ich reinschauen durfte. Dennoch bin ich natürlich überglücklich.

Wie sieht der normale Wochenablauf eines Marc Strohls aus?

Ich gehe ganz normal arbeiten, von 8 Uhr bis halb fünf. Zudem habe ich jeden Abend Training, einmal in der Woche trainiere ich auch vormittags. Meist mache ich noch bei der U23 eine taktische Einheit vor den Spielen mit.

Mit der U23 spielen Sie bei Heimspielen in der dritten Liga vor nur 100 Zuschauern. Die Bundesliga war da schon eine Umstellung, oder?

Das ist unterschiedlich. Wenn wir zum Beispiel in Dormagen zum Derby antreten sind bei der U23 auch mal 1500 Zuschauer in der Halle. Die großen Kulissen pushen mich, das ist etwas Schönes. Da kribbelt es überall, man legt sich noch mehr ins Zeug. Es stimmt aber schon, dass die Zweite hier in Gummersbach nicht so zieht. Das ist aber bei fast jeder zweiten Mannschaft so. Der Fokus liegt nun einmal auf dem A-Team.

Wie haben Sie den Sprung von der dritten in die erste Liga empfunden?

Das war schon extrem! Ich behaupte, dass es jeder, der Talent hat, in die dritte Liga schaffen kann. Natürlich gehört auch Glück dazu. Aber in der ersten Liga weht schon ein anderer Wind.

Wer war bisher Ihr härtester Gegenspieler?

Da gibt es kaum Unterschiede. Unbequem war aber Bjarte Myrhol (norwegischer Nationalspieler und 92 Kilo schwerer Kreisläufer; Anm. d. Red.) von den Löwen.

Vor zwei Jahren sind Sie von Hanau nach Gummersbach gezogen. Im Vorfeld haben Sie sicherlich viel über den Wechsel nachgedacht.

Der Wechsel war für mich auf keinen Fall klar. Ich habe zu Hause Vieles aufgeben müssen: Familie, Freunde. Das fehlt mir schon. Es war ja ein kompletter Neuanfang.

Würden Sie rückblickend sagen: „alles richtig gemacht“?

Auf jeden Fall! Mit der Integration hatte ich hier kaum Probleme. Es sind ja viele auswärtige Handballer hier. Außerdem sind wir so oft unterwegs, dass wir gar nicht Zeit für andere Dinge haben.

Noch Kontakte nach Hause?

Ja, klar. Über Weihnachten und Silvester war ich kurz zu Hause.

Herr Strohl, Sie spielen beim erfolgreichsten deutschen Handball-Klub aller Zeiten. Sind Sie sich über die Tradition und Stahlkraft des VfL bewusst?

Ja, natürlich. Handball hat hier noch einen hohen Stellenwert, das merkt man im ganzen Umfeld. Auch auf der Arbeit wird man auf den VfL angesprochen.

Sie haben in den 14 Spielen der laufenden Drittliga-Saison, an denen Sie teilgenommen haben, zwei Rote Karten und 16 Zeitstrafen bekommen. Eine unrühmliche Statistik?

Das würde ich so nicht sagen. Klar, am Anfang waren die Runterstellungen ein bisschen viel. Es dauert aber seine Zeit, bis die Absprache stimmt und die Lücken in der Abwehr zugemacht werden. Ich stehe in der Abwehr im Innenblock und bin eben einer, der zupackt.

Verfolgen Sie zurzeit die Europameisterschaft in Dänemark?

Klar, mit Borko Ristovski und Raul Santos (Torhüter von Mazedonien und Linksaußen von Österreich; Anm. d. Red.) spielen ja zwei Teamkollegen mit.

Wer holt den Titel?

Da ist schwer zu sagen. Ich glaube aber, dass die Dänen gute Chancen haben.