Deutsche Volleyball-Riesen: Trostlos aus der EM


Volleyballherren scheiden ausWieder ist es Bulgarien, wieder das Viertelfinale. Ein Déjà-vu für das deutsche Team, das schon 2013 bei der Europameisterschaft an den „weiß-grün-roten“ scheiterte.

Von Gastautor Daniel Höhr

In einem unspektakulären Viertelfinale fand der deutsche Angriff zu keiner Zeit die Mittel, um am stark aufgestellten bulgarischen Block vorbeizukommen. Sinnbildlich hierfür steht Diagonalangreifer Georg Grozer, eigentlich ein Leistungsträger und Hauptangreifer des Teams, der sich gegen Todor Aleksiev auf bulgarischer Seite einen Wolf spielte, ohne dabei erfolgreich zu sein. Auswechslung nach 1 ½ Sätzen, Feierabend für Grozer. Zu diesem Zeitpunkt Bulgarien schon mit über 10 Blockpunkten (davon mehr als 1/3 gegen Grozer) und einem gewonnenen Satz auf der Habenseite. Doch auch der für Grozer spielende Jochen Schöps machte seine Sache zwar gut, fand aber auf Dauer kein Mittel gegen die bulgarische Mauer.

Auf der anderen Seite waren es die Bulgaren, die im Angriff ihre Durchschlagskraft unter Beweis stellten und besonders in Person von Todor Aleksiev immer wieder zu direkten Angriffspunkten kamen. Diese sammelten auf deutscher Seite zumeist die Mittelblocker Tim Broshog und Marcus Böhme, die auch den starken deutschen Block (über direkte 10 Blockpunkte im Spielverlauf) stellten. So ging es auf dem Papier zwar eng zu (zumindest in Satz 2 und 3), jedoch zeigte auch die Körpersprache der Spieler an, dass es nur einen Sieger geben kann. Wer das war, stand dann nach gut 90 Minuten Spielzeit auch fest, als Mittelblocker Yosifov den Ball zum 25-23 im deutschen Feld versenkte.

Was auffiel:

Niemand hat die Absicht, hier eine Mauer zu bauen…

…außer den Bulgaren. Sage und schreibe 9 direkte Blockpunkte schaffte das Team von Trainer Plamen Konstantinow alleine im ersten Satz. So viele schafft manch anderes Team nicht einmal in einem Spiel. Ein spielentscheidender Faktor.

Keine Groze(r) Leistung

Leistungsträger Georg Grozer, gegen Belgien noch der Matchwinner für das deutsche Team, fand zu keinem Zeitpunkt des Spiels ein Mittel gegen den bulgarischen Block. Auswechslung nach 1 ½ Sätzen. Große Enttäuschung bei dem Mann, an dem dieses Turnier dieses Mal völlig vorbeigegangen ist. Schade!

Alter vor Schönheit

Auf bulgarischer Seite stach der Routinier Todor Aleksiev aus dem Team heraus. Stark im Angriff und Im Block gegen Grozer, trug er einen großen Teil zum glatten Sieg der „Löwen“ bei. Mit all seiner Erfahrung hatte er stets eine Lösung in der Hinterhand, und konnte auch die Fans sowie die Mitspieler emotional in seinen Bann ziehen. Einmal mehr war er der siegbringende Faktor.

Bitte nicht Bulgarien

Der Angstgegner der deutschen Mannschaft dürfte spätestens jetzt feststehen. Sobald die beiden Teams in einem Wettbewerb aufeinander treffen, sind es die Bulgaren, die in den letzten Jahren die Oberhand behielt. Genannt seien hier das EM-Viertelfinale 2013 und das Olympia-Viertelfinale von 2012. Jeder deutsche Volleyballer wird sich schmerzlich erinnern.

Foto: Helmut Wegmann / pixelio.de

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