Kriegt der HSV von S04 und Stevens die Quittung?


Heute vor 14 Jahren ereignete sich das wohl verrückteste Saisonfinale der Fußball-Bundesliga. Beteiligt waren der FC Bayern München, der FC Schalke 04 und der Hamburger SV. Und ein Trainer namens Huub Stevens. S04, der HSV und Stevens sind auch im spannenden Abstiegsrennen dieser Bundesliga-Saison involviert. Die große Frage in Hamburg: Gibt es Rache für 2001?

Am 19. Mai 2001 liegt Bayern München mit drei Punkten vor Schalke auf Platz eins der Bundesliga. Die Münchner sind am 34. Spieltag beim Hamburger SV gefordert, S04 empfängt Unterhaching. Nur bei einer Bayern-Niederlage und einem Schalker Sieg kann der FCB noch vom Thron gestoßen werden.

Dieses Setting war maßgeschneidert für ein Finale furioso. Und es lief sogar noch verrückter: Schalke lag 0:2 und 2:3 hinten, gewann noch 5:3. Bayern mit Coach Ottmar Hitzfeld und Welttorhüter Oliver Kahn verwaltete ein 0:0 im Volksparkstadion – aber nur bis zur 89. Minute. Sergej Barrbaerz köpfte ins Münchner Herz, machte das Team von Huub Stevens zum Meister. Doch viereinhalb Minuten später spielte Tomas Ufjalusi, Verteidiger des HSV, den Ball grätschend zu seinem Keeper Matthias Schober zurück. Der nahm die Kugel auf, es folgte ein indirekter Freistoß. Patrik Andersson verwandelte das Ding, Oliver Kahn bejubelte „das Ding“, also die Meisterschale. S04 wurde zum „Meister der Herzen“. Soweit zur Geschichte.

Saisonfinale der Saison 2014/2015. Abstiegskampf. Der Hamburger SV steht eine Partie vor Ende der Spielzeit auf einem direkten Abstiegsplatz. Realistisch scheint nur noch der Sprung auf den Relegationsplatz, dazu braucht die Truppe von Trainer Bruno Labbadia aber einen eigenen Sieg und muss zudem auf einen Ausrutscher des VfB Stuttgart, momentan 16. und damit für die Relegationsspiele qualifiziert, hoffen. Der Gegner des HSV ist – natürlich Schalke 04. Trainer des VfB ist – natürlich Huub Stevens.
Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Nehmen die Gelesenkirchener, die den Europa-League-Platz bereits gesichert haben und für die es um nichts mehr geht, Rache für die 4-Minuten-Meisterschaft vor 14 Jahren? Und profitiert Stevens, der Ex-Schalke-Coach, mit „seinen“ Stuttgartern davon? Fragen, die am Samstag gegen 17:20 Uhr im ehemaligen Volksparkstadion beantwortet werden. Eines wird jedoch sicher nicht passieren: Oliver Kahn entfernt die HSV-Uhr, die seit der ersten Bundesliga-Saison in der Hamburger Arena hängt, und ruft: „Da ist das Ding.“

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