Keine Tore und dünne Luft


Das Spiel des Jahres für den FC St. Pauli – und am Ende wieder eine Niederlage. Dieses Mal hieß der Gegner Borussia Dortmund, auch in seiner momentanen Verfassung keine Kaufkundschaft. Dennoch haben die 29.063 Zuschauer am Millerntor auch bei diesem 0:3 wieder gesehen, dass die Kiez-Kicker nicht in die Spur finden.

Fast wie im Kino müssen sich die Akteure des FC St. Pauli beim 0:1 gefühlt haben. Viel haben sie aber auch nicht dafür getan, ins Geschehen einzugreifen. Einfache Kombinationen über Reus, Großkreutz und Kagawa finden schließlich Immobile, der locker einnetzt. St. Pauli guckt nur zu, wie Immobile nach einer ungestörten BVB-Kombination einnetzt. Das Tor in der 32. Minute war eines mit Symbolcharakter. Wie über die gesamte Spielzeit ist der Gastgeber zu weit weg. Kein Druck auf den Ball. Zu diesem Zeitpunkt hätte Dortmund schon höher führen müssen. Die Befreiungsschläge der Hamburger erinnerten eher an die 1. Hauptrunde des Pokalwettbewerbs. Bundesligist gegen Oberligist. Umschaltspiel? Fehlanzeige.

Bei St. Pauli muss daher auch die Qualitätsfrage gestellt werden. Mit Kurt und Startsev stehen bei den Hamburgern gleich zwei Regionalligaspieler in der Startelf, die ihre Zweitligatauglichkeit bislang nur minimal unter Beweis gestellt haben. Die Spielmacherrolle für Kurt noch zu groß. Das 0:2 durch Reus leitet der 19-jährige mit einem geblockten langen Ball selbst ein. In der Breite ist der Kader des FC St. Pauli einfach nicht gut aufgestellt. Christopher Buchtmann als Aufbauspieler ebenso unverzichtbar wie Sebastian Schachten als Führungsspieler. Kapitän Gonther ist zu häufig abgelenkt mit unnötigen Disussionen. Mit Lasse Sobiech kam nur einer der fünf Neuzugänge überhaupt zum Einsatz. Budimir, der für fast eine Million Euro geholt wurde, saß die komplette Spielzeit auf der Bank.

Am Ende steht für St. Pauli das dritte Spiel in Folge ohne eigenen Treffer. Am Ende patzte sogar der beste Akteur der Gastgeber, Torwart Philipp Tschauner, indem er Kagawa den Ball vor die Füße schlägt – 0:3, die Entscheidung.

Es sind dunkle und schwierige Zeiten, die auf die Mannschaft von Thomas Meggle zukommen. Gerade die erschreckende Passivität im Zweikampfverhalten erwecken wenig Hoffnunf. Dabei werden die Aufgaben nicht einfacher. In den nächsten fünf Spielen stehen entscheidende Duelle mit Nürnberg, Heidenheim, Leipzig, Kaiserslautern und Ingolstadt an. Bei der bisherigen Punkteausbeute sind die St. Paulianer nun in der Pflicht. Sonst wird die Luft noch dünner am Millerntor.

Die Leiden des jungen Holger


Was haben Uli Hoeneß, Michael Skibbe und Sebastian Deisler gemeinsam? Richtig, alle drei spielten in der Bundesliga, große Karrieren standen bevor doch alle drei beendeten diese wegen andauernder Verletzungsprobleme. Skibbe trat mit erst 22, Deisler und Hoeneß mit 27 Jahren zurück. Die moderne Leidensgeschichte schreibt Holger Badstuber (25). Der Innenverteidiger des FC Bayern München erlitt vor einigen Wochen seine dritte schwere Verletzung binnen zwei Jahren. Die größte Frage: Woran liegt das? Ein Versuch.

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Leben wie die Profis


Oer-Erkenschwick, 3o Kilometer von Gelsenkrichen entfernt, tragen 22 Jugendliche ein Fußballspiel aus. Sie sind gerade 18 Jahre alt, teilweise noch 17. Auf der Brust klebt das Schalke-Emblem. Hunderte Zuschauer finden an einem frühen Dienstagnachmittag den Weg auf die Tribüne, darunter einige Talentscouts. Ein Stadionsprecher liest die Aufstellungen vor, später dann die Torschützen. Eigentlich müssten sie noch in der Schule sitzen. Stattdessen beantworten sie die Fragen der Journalisten nach dem Abpfiff. Ein Wettbewerb, der die Meinungen spaltet. Weiterlesen

Salzwurst zum Hallenfußball


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Foto: Moritz Studer

21.10.14, Champions-League: FC Schalke 04 – Sporting Clube de Portugal 4:3 (1:1)

Es wird wieder königlich! Zum dritten Spieltag der diesjährigen Champions-League-Saison führt der Weg nach Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 empfängt den Sporting Clube de Portugal – besser bekannt als Sporting Lissabon – und will mit seinem neuen Trainer Roberto di Matteo den zweiten Pflichtspielsieg einfahren.

So weit, so gut. Viel wichtiger im Vergleich zum Sportlichen natürlich der Wettbewerbsbeitrag vom Grill für unser Ranking. Die Veltins-Arena vermittelt wirklich eher einen Hallencharakter als den eines Fußballstadions. Der Ruhrpottklub hat alles im Sortiment, was das Herz begehrt. Pizza, Pommes, Popcorn, Haribo-Tüten, blau-weiße Lollies und nach einer langen Suche fand ich auch das Bratwurstschild. Als ich den Innenraum des Stadions betrat erwartete ich also vieles. Einen Theaterbesuch vielleicht, aber mit Sicherheit keinen Fußballplatz. Mein Blick also umso überraschter, als ich mich mit meiner 2,70 Euro Bratwurst langsam auf den Weg zu meinem Platz machte.

Bereits optisch deutete sich an, dass diese Wurst sich eher nach unten orientieren muss. Die Wurst eher halbgebräunt, aber immerhin in einem schönen Brötchen. Die Hoffnung auf einen guten Test verflog dann aber mit dem Abbeißen. Die Grillspezialität entpuppte sich als lauwarm und salzig. Ja, tatsächlich salzig. Möglicherweise eine clevere Geschäftstaktik – zumindest trank ich mein Zitronenwasser parallel ziemlich schnell leer. Geschmacklich war die Wurst zwar in Ordnung, dennoch würde ich tatsächlich eher den Griff zur Pizza oder zum Lollie empfehlen. Möglicherweise sind die Schalker Grillmeister aber einfach auch noch hin und weg von ihrem neuen Cheftrainer.

Der zweite Sieg im zweiten Pflichtspiel spricht zumindest für Di Matteo. Nani brachte die Gäste nach einer Ecke in Führung, ehe „Lisboa“ sich selbst dezimierte, weil Mauricio die Ampelkarte sah. Obasi, Huntelaar und Höwedes brachten Schalke in Front und das Spiel schien entschieden. Zehn Portugiesen glichen aber durch einen Doppelpack von Adrien Silva tatsächlich noch aus. Dafür, dass es dabei nicht blieb, sorgte der russische Schiedsrichter, der in der Nachspielzeit – warum auch immer – auf Handelfmeter entschied. Ich erinnere dabei an den Hauptsponsor der Königsblauen: Gazprom. Choupo-Moting war es herzlich egal, er verwandelte zum 4:3-Endstand.

Auch wenn zwei Siege auf dem  Konto stehen seit dem Trainerwechsel, ist bei Schalke noch viel zu tun. Sieben Tore entschädigten ein unterirdisches Fußballspiel nur minimal. Sportlich schafften es die Gelsenkirchener zwar zu punkten, in unserem Wurst-Ranking befinden sie sich aber auf einem Abstiegsplatz.

Note
Wursttyp: Bratwurst
Preis: 2,70 EUR 3
Konsistenz: knackig 2
Temperatur: gerade so lauwarm 5
Geschmack: salzig 3
Bräunegrad: eher hell 4
Gesamtnote 3,4

 

Der Derbykracher aus Sydney


18.10.2014 Hyundai A-League: Sydney FC – Western Sydney Wanderers 3:2 (1:2)

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Der Derbykracher aus Sydney

An einem sonnigen Samstag startet die Tour zum ersten Fußballspiel in Australien. Aus dem beschaulichen und ruhigen Manly bricht ein kleiner deutscher Tross auf zum Derby nach Sydney. Die Vorfreude auf das Spiel ist groß. Doch was uns am Stadion erwartete, übertraf alles, was wir uns vorher ausgemalt hatten. Mit Trommeln, lauten Gesängen und Bengalos bewaffnet schritt eine Meute von rot-schwarzen Wanderers-Fans am Stadion vorbei. Die Trikots erinnerten doch sehr an die Eintracht aus Frankfurt oder den Sportclub aus dem Breisgau. Schon dieser Marsch zum Stadion ließ die deutsche Fanseele ein Jubelschrei ausstoßen. Berauscht von diesem Auftakt führte uns der Weg, typisch deutsch, zum Grill. Die Stärkung für ein spektakuläres Derby musste her!

Im rot-schwarzen Bereich ging es zum Bratwurststand. Ich nahm mir als Testobjekt eine Krakauer im Brötchen, dazu waren on top noch Sauerkraut und Senf dabei. Aber wie immer merkte der deutsche Wurstgeniesser: Australische Lebensmittel sind teuer. 9,40 Australische Dollar waren der Preis für diese gute Wurst, umgerechnet sind das ca 6,58 Euro (!)  – die Wertung damit natürlich mit tiefen Kratzern. Doch nach dem kurzen Preisschock, den der deutsche Besucher schon gewohnt ist, ging es an dern Genuss des Grillguts. Der Knack war ein sehr guter. Beim ersten Bissen krachte es, als wären die Bengalos schon losgegangen. Knackig, würzig, gut! Das erste Urteil war gefällt. Die Temperatur war weniger hitzig als die Atmosphäre später beim Spiel, aber trotzdem warm. Das Sauerkraut gab einen schönen runden Geschmack und das Derby konnte losgehen. Das Duell des ehemaligen Clubs von Alessandro Del Piero und dem frischgebackenen asiatischen Champions-League-Finalisten hatte alles, was das Herz eines jeden Fußballfans höher schlagen lässt. Angefangen von Choreos und Bengaloshow, über frenetische Fangesänge und einer Gästeführung zur Pause, bis hin zum Platzverweis für die Wanderers und einem Siegtreffer für das Heimteam. Der Siegtreffer wurde so sehr gefeiert, dass aus der Gästekurve mehrere volle Wasserflaschen aufs Feld flogen, der Torwart ging am Ende mit mindestens zwei Sixpacks nach Hause – während auf der anderen Seite die Fans aufs Feld rannten, den Torschützen umarmten und über den Platz flitzten. Alles in allem ein guter Fußballsamstag im schönen Sydney!

 

Note
Wursttyp: Krakauer
Preis: 9,40 Australische Dollar (~6,58 Euro) 6
Konsistenz: Knackig 1,5
Temperatur: warm 2
Geschmack: würzig lecker 2
Bräunegrad: bräunlich 3
Gesamtnote 2,9

 

Ajax Cape Town – Platinum Stars 2:1


AUS! Ajax Cape Town schlägt das Chamäleon bzw. die Platinum Stars mit 2:1. Am Ende wurde es nochmal richtig eng. Verschwitzt aber glücklich stapfen die Ajaxaner in die Kabine. Duschen können sie allerdings nicht. Jan Koller hat diverse Duschköpfe vernichtet. Dem Busfahrer graut es schon. Uns ist das egal. Wir sagen Awe und begeben uns auf die Suche nach einer Schachtel Nudeln. Weiterlesen

Und die ganze Halle hüpft


Die Eisschränke heizen die DEL ein! Mit dem 5:0 (1:0, 2:0, 2:0) gegen den Tabellendritten, die Augsburger Panther, klettern die Hamburg Freezers auf den siebten Rang. „Die Mannschaft funktioniert, jeder läuft für jeden, die ganze Bank springt bei unseren Toren hoch“, freute sich Freezers-Coach Serge Aubin über die gute Stimmung seines Teams. Die Halle stand Kopf, die Zuschauer sprangen in den Schlussminuten im Freudentaumel auf ihren Plätzen. Weiterlesen