Optiker gesucht!


16.08.2014, DFB-Pokal: FSV Optik Rathenow – FC St. Pauli 1:3 (0:2)

Optik optisch ok. (Foto: Studer)

Optik optisch ok. (Foto: Studer)

Auf der Suche nach „der“ Wurst führte der Weg dieses Mal in die „Stadt der Optik“ – Rathenow. Irgendwo im Osten, Brandenburg. Das erste Mal übrigens, dass MUTS in einem der neuen Bundesländer nach der perfekten Bratwurst sucht.

Der FSV Optik Rathenow ist im vergangenen Jahr aus der Regionalliga abgestiegen, konnte aber bereits das zweite Mal in Folge den Brandenburg-Pokal gewinnen. Der Lohn: die Teilnahme am DFB-Pokal. In diesem Jahr kamen aus Hamburg mehr als 2000 hungrige St. Pauli-Fans. Wichtiger als dieses Spiel war demnach wohl nur die Rolle des Vereins am Bratwursttresen. Steinig und schwer der Weg zum Grill durch den großen Andrang. Das Anstehen hat sich aber gelohnt: Für zwei Euro gab es die klassische Bratwurst im Brötchen. Ein netter Preis. Auch geschmacklich durfte man im Großen und Ganzen zufrieden sein – um sich im MUTS-Ranking nach ganz oben zu setzen, war die Leistung der Grillmeister von Optik jedoch ausbaufähig. Abzüge gibt es gerade beim Bräunegrad, da das Wurstobjekt auf einer Seite dunkler war als der zwischenzeitlich (vom Unwetter getriebene) Himmel über dem Stadion „Vogelgesang“ in Rathenow. Auf Optik wird bei Optik also weniger geachtet.

Der grüne Rasen blieb von den wechselhaften Wetterverhältnissen aber weitestgehend verschont. Auf dem Geläuf zeigte sich ausgesprochen schnell der Klassenunterschied der beiden Teams. Bei Christopher Nöthes Führungstreffer in der achten Minute hätten die Kiez-Kicker durchaus schon höher führen können. Für die weiteren Treffer der Gäste sorgten ein weiteres Mal Nöthe und Neuzugang Ante Budimir, ehe Printemps für die Gastgeber noch den Ehrentreffer markierte. Ergo 3:1, klares Ding.

Im DFB-Pokal war zwar bereits in Runde Nr. 1 Feierabend für Optik Rathenowgegen einen Profi-Trupp – in unserem Bratwursttest schlagen die Brandenburger aber dennoch den ein oder anderen Bundesligaklub. Nur die Optik, da könnte noch gepfeilt werden.

P.s. Der FSV Optik Rathenow ist übrigens immer noch auf der Suche nach einem Optiker! Bewerbungen bitte an wurst@optik.de.

  Note
Wursttyp: Bratwurst  
Preis: 2 EUR 2
Konsistenz: gut knackig 1,5
Temperatur: Tendenz: lauwarm 3
Geschmack: herzhaft 2,5
Bräunegrad: optisch mau 4
Gesamtnote 2,6

 

Vorsicht, der Scholz schießt


Ob Amateurtruppe oder Profimannschaft – in allen Ligen kennt man ihn: den Strafenkatalog. Häufig sind es Vergehen wie Verspätungen oder ungebührendes Verhalten, deren Bestrafung in diesem Schriftstück festgehalten wird. Je nach Spielklasse unterscheidet sich die Höhe der Strafe, ansonsten sehen diese Listen häufig ähnlich aus. Nicht jedoch beim SV Oberhausen.
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Auch VIPs greifen zur würzigen Boerewors


13.08.2014, Premier League Soccer: Ajax Cape Town – Mamelodi Sundowns 1:0 (0:0)

Leere Ränge, herzhafte Boerewors.

Leere Ränge, herzhafte Boerewors. (Foto: Berger)

Ajax Cape Town gegen Mamelodi Sundowns – Kapstadts größter Fußballklub und Tochterunternehmen des niederländischen Spitzenklubs trifft auf den amtierenden Meister aus Pretoria. Die Zuschauerzahl im WM-Stadion, wo vor vier Jahren Arne Friedrich und Co. Argentinien mit 4:0 entzauberten, war schlichtweg enttäuschend: nur 2500 Zuschauer tröteten inbrünstig in ihre bunten Vuvuzelas. Abgesehen von den ohrenbetäubenden Blasinstrumenten war von WM-Feeling keine Spur!

Es goss wie aus Kübeln. Dumm nur, dass ein Security-Mann uns beim Versuch, sich in eine der warmen und trockenen Business-Logen zu schmuggeln, erwischte. Immerhin durften wir mit dem noblen Aufzug durch den Bauch der Arena fahren und unseren Wagen auf einer Art „VIP-Parkplatz“ stehen lassen. Hat schon seine Vorteile, wenn man einen verletzten, auf Krücken humpelnden Kumpel an Bord hat, der von manchen Ordnern auch noch mit einem Erstliga-Profi verwechselt wird.

Letztlich nahmen wir dann also doch unsere 60-Rand-Plätze (umgerechnet 4,20 EUR) ein – und testeten eine typisch-südafrikanische Boerewors. Die „Bauernwurst“, wie sie übersetzt auf Afrikaans heißt, ist eine Art Bratwurst, die klassischerweise aus fein gehacktem Rind-, Schweinefleisch und Wildfleisch besteht. Sie gehört zu einem typischen südafrikanischen Grillessen wie deutsches Sauerkraut zum Eisbein. Der Preis war mit umgerechnet 1,41 Euro unschlagbar. Auch geschmacklich war die mit Thymian und Koriander gewürzte Boerewors gut. Abzüge gibt es allerdings in den Kategorien Konsistenz und Temperatur. Meckern kann man im Allgemeinen über die Wurst aber nicht, zumal sie mit reichlich gebratenen Zwiebeln serviert wurde.

Über den letztlich überraschenden 1:0-Sieg von Ajax freute sich übrigens unser verletzter „Star“. Er setzte einen Zehner auf den Außenseiter und ging mit einem vollen Magen, einer Bierfahne und 35 Euro aus dem Stadien. Damit hatte er übrigens den Preis für eine Saison-Dauerkarte bei Ajax Cape Town raus!

 

Note
Wursttyp: Bratwurst
Preis: 1,41 EUR (20 Rand) 1
Konsistenz: labbrig 4
Temperatur: lauwarm 3,5
Geschmack: herzhaft-kräftig, würzig-gut 2
Bräunegrad: okay 3
Gesamtnote 2,7
Polizei in BL weniger präsent

So (un)sicher ist der Fußball


Ulrich Mäurer ist unter Fußballfans mittlerweile bekannt. Vielleicht war es eine geeignete Möglichkeit für den Bremer Innensenator, sich ins Rampenlicht zu drängen. Oder Mäurer ist tatsächlich der Meinung, Bundesliga-Vereine müssten für die Polizei -Einsätze bei den Spielen selbst aufkommen oder sich zumindest angemessen beteiligen. Weiterlesen

29 Zentimeter aus dem Nichts


Übrigens: Rehm ist Deutscher Meister im Weitsprung und darf nicht an der Europameisterschft teilnehmen. Was zunächst seltsam klingt, ist das Ergebnis einer spannenden Diskussion um den Start des beinamputierten Markus Rehm. Der Paralympics-Sieger von 2012 nahm zum ersten Mal an der Meisterschaft der Nichtbehinderten teil – und errang mit 8,25 Metern den Titel. Was in der Debatte jedoch völlig untergeht: Rehm übetraf in diesem Wettkampf seine bisherige Bestleistung um satte 29 Zentimeter.

Sicherlich spornte ihn die sehr starke Konkurrenz um Christian Reif (Europameister von 2010) und Sebastian Bayer (Europameister von 2012) zu starken Sprüngen an. Doch eine Steigerung um knapp fünf Prozent zur bis dato erreichten Spitzenweite ist beachtlich. Ohne jeglichen Vorwurf an eine mögliche Vorteilsnahme durch die Prothese am rechten Bein ist diese Verbesserung dennoch auffällig.

Die Tatsache zeigt wieder einmal, dass sich die Berichterstattung häufig auf eine Sache fokussiert – und andere, ebenfalls wichtige Tatsachen nicht zur Sprache bringt. Fragen, die sich sicherlich viele Interessierte stellen, werden nicht beantwortet. Anderen fällt diese Tatsache vielleicht nicht einmal auf wegen all der Diskussionen um Federung und Fair Play.

Egal wie man zur Entschiedung um die Nicht-Nominierung steht – Rehm hat einen neuen eigenen Rekord aufgestellt. Im Schatten der Aufmerksamkeit. Aus dem Nichts.