Wenn Trendsportarten dem Trend hinterherlaufen


Wie Bike-Trialer und Disc-Golfer um Ansehen kämpfen

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Die Welt ist in Bewegung. Täglich gibt es neuartige Veränderungen und Entwicklungen – auch im Sport. Neue Sportarten versuchen die ständige Kursrichtung des Sports zu ändern, den Trend anzugeben. Nicht vielen gelingt dies auf Anhieb. Zwei Trendsportarten, die diesen Versuch unternehmen, sind Bike-Trial und Disc-Golf. Ein Blick auf die deutsche Medienwelt zeigt jedoch, dass die Präsenz noch nicht ausgereizt ist. Für die Sportler selbst geht es aber mehr um ihre Leidenschaft für den Sport.

Gerade Bike-Trial wird von den Medien nur schwammig wahrgenommen. Beim „Trialen“ wie es die Sportler nennen, ist das grundlegende Ziel jegliche Hindernisse in Stadt und Land mit dem Fahrrad zu überwinden. Meist ist das Rad modifiziert und besitzt beispielsweise spezielle Reifen. Die Historie des Trendsports liegt bereits bei über 40 Jahren. „An sich sind wir kein Trendsport“, dementiert Stefan Lange, erfolgreicher Bike-Trial-Fahrer, fügt jedoch hinzu: „Die neuere Ausübung in der Stadt gab einen Aufschwung, der mit Sicherheit in Richtung Trendsport geht“. Im Blick auf die Präsenz in der Öffentlichkeit stellt er klar, dass noch „viel Potenzial nach oben“ vorhanden sei. Dazu möchte Lange seinen „eigenen Betrag leisten“. Neben seiner aktiven Sportkarriere, in der er bereits mehrere nationale Titel gewann, engagiert er sich als Fahrersprecher im Bund Deutscher Radfahrer. Hierbei versucht der gebürtige Braunschweiger vor allem als „Botschafter“ seines Sports zu agieren und diesen „in die Welt zu tragen“.

Seine Leidenschaft in die Welt zu tragen, versucht auch Andreas Runte, Vorstandsvorsitzender des Frisbee-Clubs „Hamburg Fischbees e.V.“. Besonders ans Herz gewachsen ist ihm die Disc-Golf-Sparte, welche sich vor zwei Jahren herauskristallisierte. Man spielt Golf mit Frisbee-Scheiben auf Körbe. Eine skurrile Sportart, die jedoch schon weiter verbreitet ist, als es manch einer vermuten mag. „Mittelfristig wollen wir in den Deutschen Olympischen Sportbund“, erklärt Runte wagemutig, „Weltweit ist aber die USA klarer Vorreiter“. In den Staaten wird die Sportart seit den 1970er Jahren ausgeübt. Zudem gibt es dort bereits professionelle Sportler, die ihren kompletten Lebensunterhalt mit Disc-Golf bestreiten. „In Deutschland gibt es mindestens einen Profi“, so Runte. Simon Lizotte aus Bremen, amtierender Disc-Golf-Europameister, ist auf dem besten Wege, auch international Erfolge zu erlangen. Seine Vermarktung ist schon jetzt professionell. Über soziale Netzwerke oder auch den amerikanischen Internet-Sender „SpinTV“ sichert sich Lizotte den Auftritt in der Öffentlichkeit. Auch in Hamburg tut sich einiges in Sachen Medien-Präsenz. Vom Aufbau eines Platzes in der City Nord berichteten vier regionale Fernsehsender gleichzeitig. „Insgesamt geht aber immer mehr“, gesteht Frisbee-Liebhaber Runte dennoch ein.

Grundsätzlich werden sowohl Bike-Trial als auch Disc-Golf von den Medien zwar zunehmend registriert, laufen dem medialen Trend allerdings noch hinterher. Für Lange und Runte geht es schlussendlich, um die Leidenschaft, die sie für ihre Tätigkeit hegen. So ist die Welt für sie Rad und Scheibe.

Warum der HSV (nicht) die Klasse hält…


Der Hamburger SV ist nach dem 0:3 gegen Schalke auf den 16. Platz abgerutscht. Für die Rothosen wird die Lage immer bedrohlicher. Schafft der Bundesliga-Dino den Klassenerhalt oder steigt er sang- und klanglos in die Zweitklassigkeit ab? Patrick Berger und Roman Gerth beziehen Stellung.

Schwere Zeiten für den Rauten-Klub. (Foto: Lupo, pixelio.de)

Contra HSV: Warum der Dino erstmals aus der Bundesliga absteigen wird. Ein Kommentar von Patrick Berger.

Die Bundesliga-Uhr in der Nordtribüne der Imtech-Arena tickt, und tickt, und tickt. Sie zeigt die Zugehörigkeit des HSV zu Deutschlands höchster Spielklasse in Jahren, Tagen, Stunden, Minuten und Sekunden an. 50 Jahre, 156 Tage und 20 Stunden zeigte sie zum Zeitpunkt, als dieser Kommentar entstand, an. Am 10. Mai, in 102 Tagen, wird diese Stoppuhr zum Stillstand kommen. Mit dieser Prognose lehnt sich der Autor dieser Zeilen freilich nicht zu weit aus dem Fenster.

Der Hamburger Sport-Verein wird erstmals in seiner Vereinsgeschichte den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit hinnehmen müssen. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Zum einen leiden sie beim Rauten-Klub an chronischer Selbstüberschätzung. Das Selbstverständnis, eigentlich in der Champions-League, „Königsklasse“, spielen zu müssen, ist in der DNA des Vereins fest verankert – und es hemmt die Verantwortlichen in ihrem Handeln. Früher, in den 70er und 80er Jahren, stand der HSV noch für goldene Zeiten, für glorreiche Triumphe. Das ist Geschichte. Seit drei, vier Jahren steht der HSV nur noch für Chaos und Krise. Die Tatsache, dass Bert van Marwijk der neunte Trainer (!) seit 2010 ist, muss dem Gründungsmitglied der Bundesliga zu bedenken geben. An der Elbe herrscht jederzeit Unruhe, ein ständiges Durcheinander.

Zum anderen ist der HSV vom Spielerkader her einfach nicht gut genug, um in der Saison 2013/2014 zu bestehen. Die Säulen des Teams, das sind beispielsweise Rafael van der Vaart oder Heiko Westermann, übernehmen zu wenig Verantwortung. Van Marwijk monierte in der Pressekonferenz nach dem 0:3-Desaster gegen Schalke die fehlende Rücksichtlosigkeit seiner Truppe. Das Team sei ihm zu lieb. „Unsere Spieler werden gefoult – und sie werden nicht böse. Das kann nicht sein.“ Damit trifft van Marwijk den Nagel auf den Kopf. Nur acht Mal foulten die Hamburger, so wenig wie noch nie in dieser Saison. Dem Rauten-Klub fehlen schlichtweg die aggressiven Leader, die dem kriselnden Team Selbstvertrauen geben und es aus der Krise befreien. Bei Eintracht Frankfurt spielen ein Marco Russ und ein Carlos Zambrano, in Nürnberg gibt es einen Raphael Schäfer und einen Javier Pinola, selbst beim SC Freiburg freuen sie sich über einen Pavel Krmas und Matthias Ginter. Diese Teams stecken zwar ebenso tief im Abstiegskampf wie der HSV, sie alle haben aber die im Fußballgeschäft sooft geforderten „Typen“, bei denen der Siegeswille in jeder Faser des Körpers zu spüren ist. Das fehlt dem HSV.

Hinzu kommt das bittere Verletzungspech. Neben Maximilian Beister (Kreuzbandriss), die Korsettstange der Vorrunde, Johan Djourou (Wade), Kerem Demirbay (Bänderriss) und Rene Adler (Sprunggelenk) fallen nun auch Zhi Gin Lam (Sprunggelenk) und Pierre-Michel Lasogga (Oberschenkelzerrung), die einzige Torgarantie im HSV-Sturm, aus. Einen Artjoms Rudnevs, den man aus unerklärlichen Gründen nach Hannover hat ziehen lassen, ist nicht mehr da. Der HSV steht vor schweren Zeiten. Selbst die Rückkehr der Verletzten wird den Bundesliga-Dino nicht retten können. Die Uhr wird im Mai dieses Jahres zum Stillstand kommen.

Pro HSV: Warum der Bundesliga-Dino auch diesmal die Klasse halten wird. Ein Kommentar von Roman Gerth.

Seit Jahren keimt die Angst in der Hansestadt auf. Steigt der Hamburger SV ab oder bleibt er drin in der Beletage? Das Gründungsmitglied der Bundesliga schaffte es bisher immer, die Kritiker Lügen zu strafen. Die Bundesliga-Uhr in der Heimstätte tickt fröhlich weiter, Spiel für Spiel. 2014 werden die Stimmen erneut laut, dieses Jahr würde die Zeit ablaufen und der HSV sei endgültig fällig. Die 0:3-Niederlage gegen Schalke am vergangenen Wochenende bestätigte die Zweifler. Trotzdem wird der Dino sich halten und auch weiterhin gegen Bayern und Dortmund spielen – und nicht nach Ingolstadt oder Aalen fahren müssen.

Warum? Es ist noch viel zu früh in der Spielzeit, um Ängste zu schüren. Die Rückrunde hat gerade erst begonnen. Zwar sind die Statistiken, auch unter Bert van Marwijk, nicht unbedingt überzeugend. Drei Siegen stehen sechs Niederlagen gegenüber, hinzu kommen drei Unentschieden – das geht besser. Die Zahlen zeigen aber auch, dass es keineswegs hoffnungslos ist. Der HSV kann noch punkten, die Jungs um Kapitän Rafael van der Vaart haben das schon bewiesen. Ein gutes Beispiel dafür war der hart erkämpfte Punkt am siebten Spieltag gegen Frankfurt. Beim Debüt von van Marwijk haben die Hamburger gezeigt, dass sie auch nach Rückschlägen während der Partie zurückkommen können. Trotz der Verletzungen und der Negativserie wird dies noch öfter gelingen, dabei werden noch einige Punkte herausspringen. Das wird am Ende mindestens für den Relegationsplatz reichen.

Hinzu kommt, dass die Holland-Power an der Elbe um zwei Spieler reicher geworden ist. Ola John und Ouasim Bouy können dem HSV helfen, vor allem der schnelle John kann in der entscheidenden Phase der Saison (zwischen dem 25. und 30. Spieltag) wichtig sein im Spiel der Hamburger. Sicher kann man sich nie sein, ob die Leihgaben von Lissabon (John) und Turin (Bouy) wirklich helfen, dennoch ist die Chance sehr groß. Van Marwijk weiß mit Mannschaften umzugehen, sein Können als Trainer ist unbestritten. In den verbleibenden 16 Spielen wird er es schaffen, den HSV zu retten.

Als Beispiel für ein Team, das scheinbar aussichtslos abgeschlagen war und trotzdem nicht den Gang in die Zweitklassigkeit bestreiten musste, war Borussia Mönchengladbach in der Saison 2010/2011. Alles sprach gegen die Fohlen, doch am Ende stand der Klassenerhalt in den Relegationsspielen. Jetzt stehen die Jungs um Lucien Favre ganz oben und mischen seit zwei Jahren die Liga auf. Ob das beim HSV gelingt, nachdem der Abstieg verhindert wurde, bleibt abzuwarten. Das ist nicht das Thema momentan. Sicher ist jedoch, dass die Uhr auch über die Sommerpause hinweg weiter tickt und nicht zur Stoppuhr wird.

HSV stürzt in die eisige Tiefe


Sie hatten sich so viel vorgenommen, sind am Ende aber im eigenen Stadion untergegangen: Die Kicker des Hamburger SV mussten am Sonntagabend gegen den FC Schalke 04 eine herbe 0:3-Klatsche einstecken. Damit sind die Rothosen auf den Relegationsrang abgerutscht. Für den Rauten-Klub wird die Lage immer prekärer.

Bald nur noch Zweitliga-Spielstätte? Die Imtecht-Arena des HSV. (Quelle: Berger)

Bald nur noch Zweitliga-Spielstätte? Die Imtecht-Arena des HSV. (Quelle: Berger)

Gerade einmal 55 Minuten waren gespielt, da erhoben sich die ersten Fans von den Sitzen. Nicht, um den Kickern in den weißen Jerseys für einen gute Angriffsleistung Tribut zu zollen, sondern um den vorzeitigen Weg nach Hause anzutreten. Die knapp 50.000 Zuschauer, zumindest die, die es mit dem HSV hielten, hatten genug, wollten einfach nur raus aus dem eisigen Volkspark. Für Bert van Marwijk, den Trainer der kriselnden Norddeutschen, war das Verhalten der Fans nicht überraschend. „Ich wäre auch nach Hause gegangen, das Publikum war eigentlich noch ganz nett.“ Zu diesem Zeitpunkt war die Messe bereits gelesen, der Hamburger SV lag hoffnungslos mit 0:3 zurück. Wieso sich die Rothosen, die eine Woche zuvor im Test gegen Basel (4:2) noch eine vielversprechende Leistung boten, beim Auftakt in die Rückrunde derart desolat präsentierten, ist nur schwer zu erklären. Innenverteidiger Heiko Westermann rang regelrecht um Worte: „Unser Auftritt war beängstigend, ich habe selbst nicht damit gerechnet, dass wir so auftreten.“ Eine treffende Erklärung für die deutliche Niederlage hatte der Nationalverteidiger nicht parat, man habe Schalke zu einfachen Toren eingeladen, sei zu mutlos aufgetreten. So zum Beispiel beim 1:0 in der 34. Minute durch Klaas-Jan Huntelaar. Der Holländer, der nach fünf-monatiger Verletzungspause sein Comeback feierte, durfte mutterseelenallein zur Führung einnicken, kein HSV-Spieler hinderte den „Hunter“ am Torerfolg. Es sei wichtig, dass Huntelaar wieder da ist, meinte Jens Keller, der Schalke-Coach habe sich „wahnsinnig“ gefreut.

Dass der HSV letztlich derart deutlich verlor, damit hatten wohl die wenigsten gerechnet. Denn im ersten Durchgang zeigte der abstiegsbedrohte Bundesliga-Dino bei Minusgraden im fast zweistelligen Bereich noch eine recht ansehnliche Leistung. So hätten Rafael van der Vaart per Freistoß aus 17 Metern (39.) oder Marcell Jansen (Flachschuss, 40.) durchaus den Ausgleich erzielen können.

Die vom Verletzungspech verfolgten Hausherren, bei denen Pierre-Michel Lasogga (Oberschenkelzerrung) und Zhi Gin Lam (Verdacht auf Sprunggelenksverletzung) schon nach 20 Minuten ausgewechselt werden mussten, – dafür kamen Winter-Zugang Ola John und Dennis Diekmeier – hielten ordentlich dagegen. Freilich aber waren die Schalker die bessere, agilere und emsigere Mannschaft. Was nach dem Seitenwechsel passierte, kann aus Hamburger Sicht trostlos als Debakel bezeichnet werden. Binnen drei Minuten ließen sich die Rothosen regelrecht abschießen, Jefferson Farfan (53.) und Max Meyer (56.) nutzen haarsträubende individuelle Fehler in der HSV-Abwehr aus und machten alles klar.

Nach dem Abpfiff redete van Marwijk Klartext: „Wir haben zu wenig Mut gezeigt. Ich erwarte mehr Rücksichtslosigkeit, mehr Aggressivität. Wir müssen auch mal böse sein. Das alles habe ich beim Gegner gesehen, nicht aber bei uns.“ Van Marwijk weiter: „Natürlich hatten wir Verletzungspech, man kann in so einer Situation aber trotzdem zeigen, dass wir gegen den Abstieg kämpfen wollen!“

Mit der vierten Niederlage in Serie sind die Hansestädter auf den 16. Rang abgerutscht, die Lage wird immer prekärer. Hakan Calhanoglu, der, wie die gesamte HSV-Truppe, eine schwache Partie zeigte, meinte nach dem Match: „Wir sind uns der Lage bewusst, für uns ist jetzt jedes Spiel wichtig.“ Um die unzufriedenen Fans in zwei Wochen wieder in die Imtech-Arena zu locken, braucht die Marwijk-Elf am besten schon am Samstag ein Erfolgserlebnis bei der TSG Hoffenheim.

Bundesliga in Bolivien


Foto: Maximilian Hösl

Foto: Maximilian Hösl

In 194 Ländern der FIFA-Mitgliedstaaten wurde das Eröffnungsspiel der Rückrunde zwischen Borussia Mönchengladbach und Bayern München gezeigt. Heute sollte ich von der momentanen Popularität der Bundesliga Gebrauch machen. Mitten im Chaos von La Paz in Bolivien liegt das Café „La Terraza“. Doch für mich geht es bei strahlendem Sonnenschein nicht auf die schöne Terrasse im Hinterhof, es geht rein. In einem verlassenen Eck, direkt neben den Toiletten, dann endlich der Fernseher. Ich habe nur einen Wunsch: Bundesliga! Ende Oktober habe ich das letzte Mal ein Live-Spiel gesehen. Die Lust auf das Eröffnungsspiel der Rückrunde ist groß. Weiterlesen

4:2 – Lasogga und John wirbeln gegen Basel


Das hat man beim HSV schon lange nicht mehr gesehen: Mit 4:2 (2:1) hat der Hamburger SV den Schweizer Serienmeister FC Basel geschlagen. Beim Testspiel-Sieg am Samstag glänzten zwei Kicker: Pierre-Michel Lasogga und Holland-Neuzugang Ola John.

HSV-Basel

Es sind diese – zugegeben wenigen – Momente, die das Herz eines HSV-Fans höher schlagen lassen. Diese Momente, wenn Pierre-Michel Lasogga, der bulligste Stürmer nach Horst Hrubesch, das runde Leder so zart streichelt, wie eine Löwin ihr Kleines. In der 59. Minute lief die Leihgabe aus Berlin alleine auf das Tor von Yann Sommer und hob die Pille gefühlvoll in die Maschen – das 3:1, die Vorentscheidung in einem sehenswerten Testspiel. Der Bundesliga-Dino hat im letzten Test vor dem Start in die Rückrunde ein Ausrufezeichen gesetzt und den Schweizer Serienmeister FC Basel mit 4:2 (2:1) geschlagen. Dabei ließen eben jener Lasogga und auch Neuzugang Ola John die knapp 9000 Fans mit der Zunge schnalzen.

Zunächst gab aber Basel um Startrainer Murat Yakin den Ton an. Delgado brachte die Gäste früh in Führung (13.). Nach einer halben Stunde wurde die Elf von Bert van Marwijk durch Hakan Calhanoglu regelrecht wachgerüttelt. Der Deutsch-Türke hämmerte einen Freistoß aus 17 Metern ins lange Eck – 1:1 (30.). Marcell Jansen drehte den Spieß nur vier Minuten später mit einem sehenswerten Kopfball um. Nun lief das Bällchen wie am Schnürchen.

Zur Pause wurden unter anderem Lasogga und auch John, der schon beim Warmmachen mit Applaus empfangen wurde, gebracht. Beide sorgten für mächtig Wirbel in der Offensive. Nachdem Lasogga-Heber zum 3:1 wurde es allerdings nochmal unnötig spannend. Im direkten Gegenzug erzielte Sio das 2:3 – die Hintermannschaft des HSV sah dabei nicht gut aus.

Die schwache Defensivleistung wurde aber von der guten Angriffsleistung überstrahlt. Zehn Minuten vor Spielende flitzte John, der Neue aus Holland, auf der rechten Seite entlang. Er tanzte zwei Schweizer im Strafraum aus und legte blitzgescheit auf Lasogga – das 4:2 war für PML nur noch Formsache. Unmittelbar nach dem Abpfiff waren sich alle einig – Lasogga und John: Das passt!

Für den HSV geht es in einer Woche mit dem Heimspiel gegen den FC Schalke 04 (17.30 Uhr) weiter. Das Motto für die anstehenden Trainingseinheiten: Vorne läufts, aber hinten klemmts!

Der HSV spielte mit: Drobny – Lam (64. Diekmeier), Sobiech (64. Westermann), Mancienne (46. Tah), Jansen (84. Rajkovic) – Badelj (84. Rincón), Jiracek (80. Bouy), – Zoua (46. Lasogga), van der Vaart, Calhanoglu, Ilicevic (64. John).

Und plötzlich in der Bundesliga


Gummersbach. Marc Strohl hat zuletzt sein Debüt für den Handball-Bundesligisten VfL Gummersbach gegeben. Der erst 19-jährige Rückraumspieler stand schon gegen die Rhein-Neckar Löwen und den Bergischen HC in der „stärksten Liga der Welt“ auf der Platte. Patrick Berger sprach mit dem Nachwuchstalent, der vor zwei Jahren aus dem hessischen Hanau in die oberbergische Kreisstadt gewechselt war, über dessen Marktwert in virtuellen Managerspielen und wie es sich anfühlt, plötzlich vor 9000 Zuschauern aufzulaufen.

Marc Strohl. (Quelle: vfl-gummersbach.de)

Marc Strohl. (Quelle: vfl-gummersbach.de)

Marc Strohl, man kann Sie beim Handball-Manager von Sport1 für seine Mannschaft verpflichten. Kennen Sie Ihren dortigen Marktwert?

(lacht) Nein, sagen Sie es mir.

0,05 Millionen. Zum Vergleich: Patrick Groetzki gibt es für 1,12 Millionen, Hannovers Torhüter Nikolai Weber für 0,28 Millionen. Sie sind ja ein richtiges „Schnäppchen“.

Ich kenne das Spiel zwar, wusste aber gar nicht, dass es mich dort überhaupt gibt. Das ist doch eine tolle Sache.

Vor zwei Jahren haben Sie noch in der A-Jugend-Bundesliga in Hanau gespielt, jetzt kann man Sie in einem virtuellen Spiel kaufen, verrückt oder?

Das ist schon etwas ganz besonderes. Die Zeit kommt mir zurzeit wie im Traum vor.

Ist das Managerspiel der Beweis dafür, dass man in der Bundesliga angekommen ist?

Nein, überhaupt nicht. Daran denke ich gar nicht. Ich durfte in den letzten Wochen mal reinschnuppern und bin aus diesem Grund erst einmal unheimlich glücklich.

Mit „reinschnuppern“ meinen Sie Ihre ersten Einsätze in der Bundesliga. Zuletzt durften Sie gegen den Bergischen HC ran. Ihr erstes Bundesligaspiel absolvierten Sie aber gegen die Rhein-Neckar Löwen. Schildern Sie dieses Erlebnis.

Mannheim war schon etwas ganz tolles. Das ist krass, wenn man in so einer großen Halle vor 9000 Zuschauern spielt.

Wie hat Ihnen Emir Kurtagic, Trainer des VfL, die Berufung in den A-Kader mitgeteilt?

Er schaute Ende November im Training der U23 vorbei und teilte mir dann mit, dass ich nach Mannheim mitfahren soll. Er meinte auch, dass ich von nun an bei der Bundesliga-Mannschaft trainieren soll.

Ein tolles Gefühl, oder?

Ja, absolut. Aber das Mittrainieren ist für mich nicht ganz neu. Es gab immer ein paar Einheiten, bei denen ich reinschauen durfte. Dennoch bin ich natürlich überglücklich.

Wie sieht der normale Wochenablauf eines Marc Strohls aus?

Ich gehe ganz normal arbeiten, von 8 Uhr bis halb fünf. Zudem habe ich jeden Abend Training, einmal in der Woche trainiere ich auch vormittags. Meist mache ich noch bei der U23 eine taktische Einheit vor den Spielen mit.

Mit der U23 spielen Sie bei Heimspielen in der dritten Liga vor nur 100 Zuschauern. Die Bundesliga war da schon eine Umstellung, oder?

Das ist unterschiedlich. Wenn wir zum Beispiel in Dormagen zum Derby antreten sind bei der U23 auch mal 1500 Zuschauer in der Halle. Die großen Kulissen pushen mich, das ist etwas Schönes. Da kribbelt es überall, man legt sich noch mehr ins Zeug. Es stimmt aber schon, dass die Zweite hier in Gummersbach nicht so zieht. Das ist aber bei fast jeder zweiten Mannschaft so. Der Fokus liegt nun einmal auf dem A-Team.

Wie haben Sie den Sprung von der dritten in die erste Liga empfunden?

Das war schon extrem! Ich behaupte, dass es jeder, der Talent hat, in die dritte Liga schaffen kann. Natürlich gehört auch Glück dazu. Aber in der ersten Liga weht schon ein anderer Wind.

Wer war bisher Ihr härtester Gegenspieler?

Da gibt es kaum Unterschiede. Unbequem war aber Bjarte Myrhol (norwegischer Nationalspieler und 92 Kilo schwerer Kreisläufer; Anm. d. Red.) von den Löwen.

Vor zwei Jahren sind Sie von Hanau nach Gummersbach gezogen. Im Vorfeld haben Sie sicherlich viel über den Wechsel nachgedacht.

Der Wechsel war für mich auf keinen Fall klar. Ich habe zu Hause Vieles aufgeben müssen: Familie, Freunde. Das fehlt mir schon. Es war ja ein kompletter Neuanfang.

Würden Sie rückblickend sagen: „alles richtig gemacht“?

Auf jeden Fall! Mit der Integration hatte ich hier kaum Probleme. Es sind ja viele auswärtige Handballer hier. Außerdem sind wir so oft unterwegs, dass wir gar nicht Zeit für andere Dinge haben.

Noch Kontakte nach Hause?

Ja, klar. Über Weihnachten und Silvester war ich kurz zu Hause.

Herr Strohl, Sie spielen beim erfolgreichsten deutschen Handball-Klub aller Zeiten. Sind Sie sich über die Tradition und Stahlkraft des VfL bewusst?

Ja, natürlich. Handball hat hier noch einen hohen Stellenwert, das merkt man im ganzen Umfeld. Auch auf der Arbeit wird man auf den VfL angesprochen.

Sie haben in den 14 Spielen der laufenden Drittliga-Saison, an denen Sie teilgenommen haben, zwei Rote Karten und 16 Zeitstrafen bekommen. Eine unrühmliche Statistik?

Das würde ich so nicht sagen. Klar, am Anfang waren die Runterstellungen ein bisschen viel. Es dauert aber seine Zeit, bis die Absprache stimmt und die Lücken in der Abwehr zugemacht werden. Ich stehe in der Abwehr im Innenblock und bin eben einer, der zupackt.

Verfolgen Sie zurzeit die Europameisterschaft in Dänemark?

Klar, mit Borko Ristovski und Raul Santos (Torhüter von Mazedonien und Linksaußen von Österreich; Anm. d. Red.) spielen ja zwei Teamkollegen mit.

Wer holt den Titel?

Da ist schwer zu sagen. Ich glaube aber, dass die Dänen gute Chancen haben.

Heiß, heißer, Australian Open!


Foto: Reinhold Kiss  / pixelio.de

Foto: Reinhold Kiss / pixelio.de

Pünktlich zu den Australian Open hat der Sommer in Melbourne voll eingeschlagen. Vier Tage in Folge sanken die Temperaturen am Tag nicht mehr unter 40°C im Schatten. Das klingt rekordverdächtig – ist es auch. 43,9°C zeigte das Thermometer beim ersten Grand-Slam des Jahres im Melbournepark an, so viel wie seit 100 Jahren nicht mehr. Aber nicht nur die Spieler müssen mit der Hitze kämpfen. Ein Balljunge und zahlreiche Zuschauer kollabierten bereits.
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HSV gewinnt 3:0, Diekmeier wieder verletzt


Das Verletzungspech will ihn einfach nicht verlassen: Dennis Diekmeier muss erneut zwangspausieren. Am Dienstagabend musste das Verteidiger-Ass im Testspiel des Hamburger SV gegen den kasachischen Erstligist Almaty wegen Adduktorenproblemen ausgewechselt werden. Im Oktober vergangenen Jahres sprach der „Dauerpatient“ Diekmeier in einem Interview mit MUTS über seine Leiden. Das Knie bereitete dem Linksverteidiger seinerzeit nach einem Kreuzbandriss Probleme. „Vier Wochen bis ich wieder auf den Platz kann, sechs Wochen bis ich mit dem ersten Einsatz rechnen darf“, meinte der 24-Jährige damals. Mit dieser Prognose lag er gar nicht so falsch. Jetzt ist er allerdings wieder zu einer Pause verdonnert. Wie lange Diekmeier vorerst nicht aufs Spielfeld darf, bleibt abzuwarten.
Das Match entschied der HSV übrigens mit 3:0 für sich. Jacques Zoua überzeugte mit einem Doppelpack zum 1:0 und 3:0, den zweiten Treffer erzielte Rafael van der Vaart. Mit den zwei Toren und der Kaltschnäuzigkeit war Coach Bert van Marwijk zufrieden, allerdings müsse er, so wird der Holländer in der MOPO zitiert, „im Ballbesitz noch fester werden“.

Der HSV spielte mit: Neuhaus – Diekmeier (46. Lam), Sobiech, Mancienne, Jansen (77. Rajkovic) – Jiracek (70. Demirbay), Badelj (62. Rincon) – van der Vaart, Calhanoglu – Zoua, Ilicevic.

Hitzlsperger: Ein wichtiger Schritt – nun sind wir gefragt


Foto: manwalk / pixelio.de

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Thomas Hitzlsperger hat einen wichtigen Schritt getan im Kampf gegen Homophobie im Fußball, doch welche Auswirkungen hat das Interview des ehemaligen deutschen Nationalspielers auf den Umgang mit Homosexuellen – wird sich überhaupt etwas verändern? Das Beispiel Robert Enke hat gezeigt, wie kurzlebig solche Themen in den Medien sind. Wünschenswert wäre es jedoch, dass Hitzlsperger mit dieser Entscheidung ein Umdenken bewirkt.

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Junger Hüpfer fliegt der Erfahrung voraus


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Quelle: Thomas Morgenstern / Facebook.com

Die Hälfte der Vier-Schanzen-Tournee ist rum und die Österreicher trumpfen wie auch in den letzten Jahren auf. Die deutsche Mannschaft hat sich vom Traum des Gesamtsiegs verabschiedet und hofft nur noch auf den lang ersehnten Einzelsieg bei der Tournee. Es wäre der erste Sieg eines deutschen Springers seit Dezember 2002, damals gewann Sven Hannawald in Oberstdorf.

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